Von Laozi gibt es sehr unterschiedliche Darstellungen...


Offizielle chinesische Pinyin-Schreibweise:
Laozi
lao3 zi5
Amerikanische Schreibweise nach Wade :
Lao Tzu
Deutsche Schreibweise:
Laotse


auch als Lao3 Dan1  oder Li3 Er3   bekannt. Nach traditioneller Auffassung ist er der Autor des


dao4 de2 jing1
Daodejing
Offizielle chinesische Pinyin-Schreibweise
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Amerikanische Schreibweise nach Wade :
Tao Te Ching
Deutsche Schreibweise:
Tao Te King

Der Überlieferung nach ein Zeitgenosse von Konfuzius = Kongzi 
(6. Jahrhundert vor Christus - Kongzi lebte von 551-478 A.C.).

In den historischen Aufzeichnungen   shi3 ji4  von  si1ma3 qian1 des 2./1. Jahrhunderts vor Christus heißt es, daß er aus einem  Dorfe  im Lande  chu3,  stammt.
Sein Familienname war  li3 , sein Vorname er3 und sein Großjährigkeitsname  dan1.
In den meisten philosophischen Texten wird er LAOZI oder LAODAN (=Langohr, symbolisch für langes Leben) genannt.
Laodan war nach  si1ma3 qian1  Archivar am Hofe des Königs von Chu3 (Feudalstaat  BC 740-330).
Zu dieser Zeit soll er mit Kongzi (Konfuzius: 551-478) zusammengetroffen sein. Diese Begegnung wird oft beschrieben, jedoch streiten sich die Gelehrten ob es  als historisch angesehen werden kann.

Aufgrund von Zwistigkeiten am Hofe des Köngs soll Laodan seinen Posten aufgegeben haben und  nach Westen gezogen sein.
Der Legende nach geschah dies:
An einem Paß traf er mit einem Wächter  zusammen, auf dessen Bitten er das etwas mehr als 5000 Zeichen umfassende Daodejing verfaßte.
Danach verlieren sich seine Spuren.
(Die Legende sagt, daß er nach Indien zog und Lehrer von Buddha wurde).

In der  jetzigen Forschung gibt es die Meinung, daß das Daodejing nicht vor dem 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus entstanden sein kann und Laodan demnach nicht der Autor sein kann.
Der Autor der  shi3ji4 charakterisiert Laozi so:

Er pflegte das Dao und das De. Nach seiner Lehre muß man danach trachten, namenlos im Verborgenen zu leben.

Diese Haltung spiegelt sich auch im Dialog mit Kongzi (Konfuzius):

Kongzi erkundigte sich bei Laozi nach den Riten (Li).

Laozi sagte:

...ist die Zeit dem Edlen günstig, dann begibt er sich im Wagen an den Hof.
Ist sie ihm ungünstig, so streift er unscheinbar gekleidet umher.

Ich habe gehört, daß ein guter Kaufmann seine Reichtümer verbirgt, als ob er mittellos wäre.
Besitzt der Edle innere Tugend in Fülle, so wirkt er äußerlich wie ein Tor.

Leg ab deine hochfahrende Miene, deine Begierden, deine Eitelkeit, und deinen Eifer,.. alles Dinge, die dir zu nichts frommen! ...

Kongzi sagte daraufhin zu seinen Schülern:

Vom Vogel weiß ich, daß er fliegen kann,
vom Fisch, daß er schwimmen kann,
von den Vierfüßlern, daß sie laufen können.

Die Tiere, die laufen, kann man mit dem Netz, die Tiere, die schwimmen, in der Reuse fangen; die Tiere, die fliegen sind mit dem Pfeil zu treffen.

Allein der Drache läßt sich mit Gedanken nicht fassen. Er schwingt sich auf den Wind und den Wolken gen Himmel.

Heute habe ich Laozi  gesehen. Er ist wie ein Drache!

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Im religiösen Daoismus wird Laozi als Gottheit verehrt, die zu verschiedenen Zeiten  immer wieder auf der Welt inkarniert...
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Wesenszüge von Laozi's Gedankenwelt:
Seine drei Schätze (ddj 67)

ci2

oft als Liebe, Mitgefühl übersetzt ist:
Im Einschwingen - im Schulen der Resonanzfähigkeit - mit dem Ganzen
bildet sich  Integrationsfähigkeit
bildet sich die Fähigkeit Teil des Netzwerkes Welt zu sein
Man fühlt, denkt, agiert als Teil des Ganzen

Im infinitesimalen Keim
-geprägt als Doppelhelix -
spiegelt sich dieses Phänomen.
Fähigkeit
zu
Mitgefühl - Liebe
Integrationstendenz
ist
naturgegeben.
Liebe ist die Fülle des Lebens mit dem Herzen zu spüren... zu leben
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jian3

oft als Genügsamkeit, Sparsamkeit, Selbstdisziplin, Mäßigkeit, Bescheidenheit übersetzt
Durch Integrieren  polarer Strebungen
wird  das Netzwerk zur größtmöglichen Einfachheit gebracht,
eine Einmütigkeit natürlicherweise ermöglicht.

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bu4 gan3 wei2 tian1 xia4 xian1

oft übersetzt als: nicht wagen voraus zu sein...
Das Ausrichten des Menschen an den Kräften von Himmel und Erde
stehe  an erster Stelle.
Wenn
Himmel - Erde - Mensch
in Harmonie
sind,
dann entsteht Glück


Es gibt auch die Anschauung, daß "LAOZI" ein Sammelbegriff für die Überlieferung des "ALTEN DENKENS" ist. ---daß das Daodejing eine Sammlung dieser Gedanken des alten Denkens ist.


Die besondere Leistung Laozi's besteht darin, ein Denken vorgestellt zu haben,
das den Menschen anregt,
sich von der Bevormundung durch eingebildete übernatürliche Kräfte freizumachen,
das Wirken der Natur zu erkennen,
die Möglichkeiten der Natur zu erkennen,
sich den Natur-gegebenen Grenzen einzuordnen,
seinen Verstand zu gebrauchen,-
nicht mit den normalen Sinnen Wahrnehmbares in das Denken mit einzubeziehen.

ddj2: 
Wahrnehmbare Welt und Welt des verborgenen Winkels bedingen sich gegenseitig...
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 ddj4: 
ich weiß nicht wessen Kind das DAO ist...
mit anderen Worten:
Jede Aussage über Gott...einen letzten Urgrund... bleibt in der Schwebe. Eine weiter weisende Dimension der Religiosität - Spiritualität öffnet sich.
Im Zeichen bu4

steckt noch eine andere Information:
Bu4  ist das Bild einer keimenden Pflanze, die von der Bedingung Himmel - Erde abhängig ist.
Im shuowen wird Bu4 als Bild eines fliegenden Vogels aufgefaßt, der  ebenso von der Bedingung Himmel - Erde abhängig ist.

Um BU4 wissen bedeutet,
die Schwebung wahrzunehmen...
die Möglichkeiten und die Grenzen der Natur zu sehen und sich einzufügen.
Alles ist in der Schwebe eines dynamischen Gleichgewichts- abhängig von der gegenseitigen
Beeinflussung von Himmel - Erde - Mensch

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Backofen:
Im Laozi wird  alle Theologie und Metaphysik überwunden ...,  jede theologische und metaphysische
Spekulation als Unwahrhaftigkeit  und Hochmut durchschaut.
Der Mensch ist immer auf dem Weg...

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Hier wird klar, daß im Laozi eine Naturphilosophie vorgestellt wird, die mit Mystik nichts zu tun hat - im Gegenteil - die versucht, eine  irreführende mystische Grundhaltung aufzulösen.
Im Laozi werden die Grenzen des Menschen aufgezeigt und akzeptiert... und nicht versucht ein "Erleben Gottes" herbeizuführen, das nur spekulative Selbsttäuschung sein kann.
Es ist ein merkwürdiges Phänomen, daß Menschen stets nach einer Einbindung in das Göttliche - nach Religion suchen.... und daß dies immer wieder von einer herrschenden Schicht mißbraucht wird, um Menschen leichter zu führen.
Ein Schlüsselsatz zu Laozi's Denken erscheint mir ddj 25- letzter Satz:

dao4 fa3 zi4 ran3
...
wenn man dazu ddj 67 liest:

tian1 xia4 jie1 wei4 wo4 dao4 da4

si1 bu4 xiao4
Das was wir täglich tun ...erleben ... wurzelt in der Tiefe der Natur, die immer wieder aus sich selbst heraus durch das Phänomen der Polarität ein Selbstbrenner ist.
Das was zwischen Himmel und Erde geschieht wurzelt in diesem Phänomen.

Laozi's Naturphilosophie scheint im  Gegensatz zum  religiösen Taoismus zu stehen, der einen Pantheon von Göttern verehrt und Laozi uminterpretiert hat ... und sogar selbst zu einer Gottheit gemacht hat.

Und dennoch deuten



auf einen tiefen Zugang zum innersten Wesen der Natur---



Den Kern seiner Gedanken formuliert Laozi in DDJ 42 - Ende:
""
qiang2 . liang2 . zhe3 . bu4 . de2 . qi2 . si3
Gia Fu Feng übersetzt:
"A violent man will die a violent death"
Ein gewalttätiger Mensch wird  einen gewaltsamen Tod sterben.
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Wer die Dynamik der natürlichen Schwingungen - bedingt durch das Kräftefeld von oben und unten - artifiziell in gewaltsamer... die Natur störender Weise zu überbrücken sucht, der wird scheiternd Unglück / Tod erleiden.

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