DIE KLEINEN ÄRGER
Was auf einen Individualtouristen zukommt...

Klar ist in Kuba nicht alles traumhaft, es gibt eine Menge Dinge, die einem als vermögendem Europäer den Aufenthalt manchmal recht schwierig machen. Hier die häufigsten Probleme und der Versuch, ein paar Lösungsansätze zu bieten.

1) Ständige Anmache - Die Jagd nach Devisen

2) Des Deutschen Liebling - Auf's Auto aufpassen

3) Leere Autobahnen und tiefe Schlaglöcher - Gekonnt Auto fahren

4) Billiger heißt zu 99% auch unechter - Gefälschte Zigarren und Rum


Anzeige:
1a-aber-lastminute.de - Qualität zu Tiefstpreisen




1) Ständige Anmache - Die Jagd nach Devisen

Seit in Kuba der Besitz von Devisen offiziell erlaubt ist und man mit "normalen" Pesos so gut wie nichts außer den Grundnahrungsmitteln bekommen kann (nein, wir lassen uns jetzt nicht über den bösen Kommunismus oder die bösen Amis aus), ist klar, dass jeder Kubaner, der in Kontakt mit Touristen kommt, nicht gerade traurig darüber ist, ein paar Devisen abzustauben. Das geht beim Trinkgeld für den Kellner oder den Kofferträger ja noch in Ordnung, wird aber spätestens dann tierisch nervig, wenn man in Havanna alle 20m von irgendjemandem angesprochen wird, der einem alles (un-)mögliche verkaufen oder einfach nur CUC (Was sind CUC?) haben will.

Irgendwie ist es beim niedrigen Grundeinkommen eines Durchschnittskubaners (ca.100 Pesos im Monat = ca. 5$/CUC) schon verständlich, und deshalb sollte man nicht allzu unfreundlich reagieren, schließlich befindet man sich in einem fremden Land, und gerade bei der Güterknappheit in Kuba ein paar Stifte, Seife, Klamotten oder andere nützliche Dinge und ab und zu mal einen Dollar zu verteilen, kann wohl selbst der Small-Budget-Reisende verkraften. Kuba ist für den westlichen Reisenden eh recht teuer, da kann man sich so manches Trinkgeld auch noch leisten.

Nicht zögern sollte man allerdings, allzu aufdringlichen Abzockern die Meinung zu sagen und bestimmt aufzutreten. Nicht alle Leute, die einen zum Essen einladen sind supergastfreundlich, sondern erhoffen sich vor allem, dass der Rubel rollt. Generell braucht man halt ein bisschen Menschenkenntnis, aber wer nie (blöd) angesprochen werden will, für den ist Kuba nichts. Allerdings muss man sagen, dass sich die Situation vor allem wegen massiver Polizeipräsenz in den letzten Jahren deutlich verbessert hat.

Total links liegen lassen sollte man unserer Meinung nach jegliche Arten von Billigrum- und Billigzigarrenangebote, denn diese Sachen sind in Kuba ohnehin so billig, dass es sich nicht lohnt, eine Fälschung zu riskieren.

...zurück an den Anfang



2) Des Deutschen Liebling - Auf's Auto aufpassen

Bereitet man sich auf den Kubaurlaub vor und stöbert in Reiseführern und im Internet, liest man oft, dass man bloß gut auf seine Karre aufpassen soll. Nicht weil diese leicht geklaut wird, sondern weil angeblich blitzschnell alles herausgeklaut wird. Auch auf das Reserverad hätten es fiese Kubaner abgesehen. Ebenso haben uns Touristen erzählt, dass ihnen etwas abhanden gekommen sei. Besonders beliebt ist ferner angeblich das entfernbare Dach (Hard-Top) bei Jeeps.

Bei unseren Touren durch Kuba haben wir das Auto zwar nie in einer finsteren Ecke stehen lassen, und vielleicht hatten wir einfach Glück. Wir glauben aber, dass wenn man die gängigsten Sicherheitsregeln beachtet (in Südspanien lässt man auch nicht den Photoapparat in der Karre), ist die gesamte Autogeschichte etwas überzogen. Genährt wird diese "große Gefahr" von vielen Devisenjägern, die sich anbieten, den "Carro" in dieser wahnsinnig zwielichtigen Gegend zu bewachen (z.B. in Havanna gegenüber dem Hotel Inglaterra :-). Also nicht einschüchtern lassen und ein bisschen aufpassen (lassen) auf den fahrbaren Untersatz, dann sollte eigentlich nicht viel passieren.

...zurück an den Anfang



3) Leere Autobahnen und tiefe Schlaglöcher - Gekonnt Auto fahren

Auto fahren ist auf Kuba kein Problem, bis auf manch unvorbereitet auftretendes Schlagloch und die Tatsache, dass besonders auf kubanischen Autobahnen so gut wie nichts los ist. Ist doch schön, mag so mancher jetzt denken, letzteres kann aber gefährlich werde, wenn man in der eintretenden fahrerischen Eintönigkeit einen Spaziergänger oder Radfahrer auf der Autobahn übersieht. Und man darf sich nie dazu verleiten lassen, beim Umkurven von Unebenheiten auf der Fahrbahn nicht in den Rückspiegel zu schauen. Denn wenn auch keiner entgegenkommt und schon seit zwei Stunden keiner mehr überholt hat, wird genau dieses eine Mal ein rasender Tourist zum Überholmanöver ansetzen. Wir hätten auf diese Art beinahe einen kapitalen Crash gebaut.

A propos entgegenkommen: Die Autobahnen haben zwar getrennte Fahrspuren, aber nur wenig Ausfahrten. Folge: Aus irgendeiner Kiesgrube kommende Laster fahren gern mal auf die entgegengesetzte Fahrtrichtung auf, bleiben auf (von unserer Sicht aus gesehen) der linken Spur und überqueren bei Möglichkeit den selten bewachsen Mittelstreifen. Außerdem hocken unter den Brücken zwecks Schatten gerne die Anhalter und springen bei jeder Mitfahrgelegenheit unvermutet auf die Straße, also immer Augen auf, und was soll das Rasen bei der schönen Landschaft.

...zurück an den Anfang



4) Billiger heißt zu 99% auch unechter - Gefälschte Zigarren und Rum

Wer mal eine der famosen kubanische Zigarren probieren möchte (siehe Genusssache) oder sogar ein bisschen mehr für sich oder andere einkauft, der sollte total darauf verzichten, vom Straßenhändler zu kaufen, der die besten Cohibas gerade vom Schwager 3.Grades, der natürlich in einer Zigarrenfabrik arbeitet, bekommen hat.

Da wie schon erwähnt die Jagd nach Devisen so immens ist, handelt es sich dabei Größtwahrscheinlich um Fälschungen. Am besten kauft man seine Zigarren unserer Meinung nach direkt in der Fabrik, besonders gut gefallen hat uns hier die Zigarrenfabrik Francisco Donatien in Pinar del Rio mit ihrer großen Auswahl. Natürlich gibt es auch in Havanna eine Zigarrenfabrik. Über den offiziellen Shop in Santiago haben wir in letzter Zeit eher zweifelhaftes gehört.

Die Zigarren in den offiziellen Shops sind im ganzen Land gleich preiswert, höchstens in den Strandhotels zahlt man etwas mehr. Wer Tubos kauft, sollte nicht darauf verzichten, zum Test ein Röhrchen aufzuschrauben, um sich von der Echtheit der Bauchbinde zu überzeugen. Kenner achten zudem auf die Markierung der Kiste. Natürlich sehen die Verkäufer diesen Test nicht so gern, aber wenn man sagt, man will sie gleich rauchen, dürfte das kein Problem sein.

Noch einmal: Fälschungen gibt es in Hülle und Fülle. Keine Zigarrenmarke stellt z.B. jene "Glasdeckelkisten" her, also Zigarrenkisten mit durchsichtigem Deckel. Diese Art von Fälschungen wird besonders bei Cohibas gerne angeboten und Unwissende und/oder Betrüger sind sich sogar nicht zu blöd dazu, diese Glasdeckelkisten sogar bei Ebay anzubieten. Finger weg! Gut informieren über Fälschungen kann man sich übrigens beim deutschen Alleinimporteur für Havannas, 5th Avenue.

Auch Rum wird übrigens gerne umetikettiert. In der Kneipe des offiziellen Rummuseums in Santiago wurde uns der berühmte "Methusalem"-Rum angeboten. Dieser wird nicht mehr produziert und ist angeblich nur noch in wenige Exemplare erhalten. Komisch nur, wieso die Etiketten dieses berühmten Rums eine Farbkopie dermaßen schlechter Qualität sind, dass es der Sau graust.

...zurück an den Anfang