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Allgemeines zu den Provinzen Cienfuegos, Villa Clara und Sancti Spiritus
Wie der Karte zu entnehmen ist, befinden sich die drei Regionen fast genau in der Mitte der kubanischen Insel und vereinen auf einer Distanz, die der Strecke von Havanna nach Pinar del Rio entspricht, gleich mehrere wichtige und interessante Städte und sehenswerte Landschaften. Die berühmteste und in jedem Reiseführer auftauchende Stadt ist sicher das altkoloniale Trinidad, aber auch andere Zentren wie Cienfuegos oder Sancti Spiritus und Santa Clara sind gerade für motorisierte Reisende einen Abstecher wert.Auch landschaftlich hat die Ecke viel zu bieten, so z.b. das wunderschön grüne Valle de los Ingenios und die Berge der Sierra del Escambray. Sehr sehenswert ist auch der vielerwähnte botanische Garten in der Nähe von Cienfuegos. Der Vorteil in diesen drei Regionen ist, dass alle Highlights aufgrund der kurzen Distanzen (mit Ausnahme des durch die Sierra del Escambray abgeschnittenen Trinidads) recht zügig zu erreichen sind.
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Cienfuegos: Romantische Altstadt im Glitzern der Karibik
Cienfuegos, dessen romantische Altstadt auf einer Halbinsel in einer Meeresbucht liegt und den zweit- oder drittgrößten Hafen Kubas hat, ist ein gemütliches Städtchen, das nicht ohne Grund "Die Perle des Südens" genannt wird. Die Altstadt ist nach einem zerstörerischen Sturm im 19. Jahrhundert im Schachbrettmuster komplett neu angelegt worden und bietet mit der Calle 37, auch Prado genannt, eine herrliche Flaniermeile. Zentrum der Altstadt ist der Parque Marti, der mit seiner liebevoll angelegten Parkanlage fast mediteranes Flair aufkommen lässt.Was man sich unbedingt anschauen sollte, ist der Palacio del Valle, der ganz am Ende der Halbinsel liegt und an drei Seiten vom Meer umgeben ist. Ein irres Gebäude, auf dessen Dachterrasse sich in Ruhe einen Cocktail trinken lässt, während der Blick über die Bucht von Cienfuegos streift (siehe Photo). (Der Blick streift dann auch die Bauruine des bisher einzigen geplanten kubanischen Atomkraftwerks). Der Pallacio del Valle hat, ebenso wie ganz Kuba, eine wechselvolle Geschichte und war schon in der Hand von Zuckerbaronen und sogar des Bruders von Batista (der es als Spielcasino nutzte). Heute ist das Anwesen, klar, staatlich und kann wie gesagt besichtigt werden, im Parterre gibt es ein recht teures Restaurant.
Die Stadt ist ein Geheimtipp vor allem bei jungen Leuten und deshalb gibt es hier nach Havanna und Santiago wohl die größte Rate von trainierten Ansprechern, was manchmal recht nervig werden kann. Es gibt eine Vielzahl von Paladares, von denen wir das El Criollito bei Pepe empfehlen können. Es ist sehr reizvoll, in der Stadt abzusteigen, wer motorisiert ist, sollte es sich jedoch nicht nehmen lassen, die Hotels an den Stränden südlich von Cienfuegos, ca. 20 Autominuten entfernt, aufzusuchen. Dort gibt es tolle Strände, die fast nur in der Hand von Einheimischen sind, die einen meist auch mit billigen Anlabereien in Frieden lassen. Hier kann man 1A schnorcheln und tauchen (Tauchzentrum und -schule) und ein paar Tage relaxen. Idealer Ausgangspunkt für all dies ist hier das Hotel Faro Luna.
Wer es macht wie wir und von Cienfuegos mit dem Auto weiter nach Trinidad fährt, sollte unbedingt einen Abstecher in den botanischen Garten machen, der fast auf der Strecke liegt. Es handelt sich hierbei nicht um einen typisch botanischen Garten mit kleinen Schildchen vor irgendwelchen Krüppelkiefern, sondern um eine echte Palmenoase. Es gibt hier hunderte von verschiedenen Palmenarten zu sehen, und das nicht einzeln im Topf, sondern in weiten Hainen oder sogar dschungelähnlichen Wäldern. Viel los ist auch nicht, also wer ein wenig Zeit hat und in der Nähe ist sollte unbedingt vorbeischauen.
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Santa Clara: Im Zeichen von Che Guevara
Die im Landesinneren liegende Stadt Santa Clara ist mit dem Namen eines Mannes verbunden: Che Guevara. In der Nähe dieser Stadt, den Bergen der Sierra del Escambray, gab es die ersten großen militärischen Erfolge der Revolutionäre und so ist es nur folgerichtig, dass sich hier auch das monumentale Mausoleum des Chefrevolutionärs befindet. So rollen den hier täglich selbst in der Nebensaison mehrere Touribusse, aber auch einheimische Revolutionsfans vorbei und besichtigen das Mausoleum samt angeschlossenem Museum.Die Stadt selbst ist bis auf einen recht netten Altstadtkern aufgrund der rundherum angesiedelten Industrie nicht sonderlich attraktiv, hat aber wie erwähnt eine stattliche Anzahl von Gedenkstätten und sozialistischen Firlefanz zu bieten. Absteigen kann man hier sowohl in der Innenstadt als auch etwas ausserhalb, wobei all diese Hotels keine besonderen Knüller sind. Was man in der Umgebung von Santa Clara wohl auch recht schön machen kann sind Wanderungen am riesigen Hannabila-Stausee. Wurde aber von uns nicht getestet.
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Sancti Spiritus: Klein aber fein
Sancti Spiritus ist eine der ältesten Siedlungen in der Karibik und macht einen recht verschlafenen, aber irgendwie auch sehr romantischen Eindruck. Die Innenstadt ist verwinkelt (wir wollten eigentlich nur durchfahren, sind dann aber an manchen Ecken zehnmal vorbeigekommen, bis uns ein freundlicher Radfahrer aus dem Labyrinth gelotst hat) und es gibt enorm viele Kirchen aller möglichen Stilrichtungen.Auch hier gibt es in der Umgebung einen riesigen Stausee, an dem es aber neben einem Hotel kaum Einrichtungen für Touristen gibt. Die Ecke wird eher von Kubanern als Erholungsgebiet genutzt, und da sich die meisten Touris ja mehr für Sonne, Strand und Meer interessieren, ist das bislang auch so geblieben.
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Trinidad: Ein restauriertes Freilichtmuseum
Trinidad liegt zu Füßen der Sierra del Escambray und ist als Weltkulturerbe der UNESCO in jedem Reiseführer zu finden. Die Stadt präsentiert sich mit den liebevoll bunt hergerichteten Häusern aus der frühen Kolonialzeit. Man sollte Trindidad schon mal gesehen haben, allerdings macht zumindest die konservierte Altstadt einen Eindruck wie so manche touristenhafte Westernstadt. Hier ist wirklich alles auf Tourismus ausgelegt, an jeder Ecke irgendein Stand oder irgendeine Bar. A propos Bar, wenn man schon mal da ist, sollte man unbedingt in die "Bar Canchanchara" gehen und den gleichnamigen Cocktail probieren. Gehört zwar auch zum Standard-Touri-Programm, der Cocktail schmeckt aber trotzdem verdammt gut.Trinidad ist so ein typischer Fall von Stadt, die man sich eigentlich nicht leisten kann auszulassen, aber wo man eigentlich auch nicht unbedingt hinmuss. Überall liest man vom großartigen Trinidad, aber sooo toll fanden wir es dann gar nicht. Das einzig wirklich überragende an Trinidad ist dessen überwältigende Lage in dieser Gegend, an den Füßen der Sierra del Escambray, in desses Gebirgszügen man tolle Wanderungen zu wilden Wasserfällen machen kann. Von dort hat man wiederrum einen tollen Ausblick auf Trindidad und die vorgelagerte Halbinsel Ancon, auf der das von und getestete Horror-Strandhotel Ancon liegt. Der Strand von Ancon soll einer der längsten der Südküste sein und ist auch recht karibisch nett mit tollem azurblauen Wasser, falls man nicht gerade vor dem Hotel Ancon liegt.
Ausserdem sehr empfehlenswert ist ein Tagesausflug oder mehr in das sich über kleine Hügel ziehende, supergrüne Valle de los Ingenios. Hier war im 18. und 19. Jahrhundert eines der Zuckerrohrzentren der Insel und so zeugt heute noch viel von dieser Reichtum und Sklaverei hervorrufenden Geschichte. Ein Ausdruck passt auf diese Gegend einfach genau: Es ist eine liebliche Landschaft. Man sieht also, die Stadt Trinidad ist ganz nett, aber wahrhaft lohnt sich die Gegend um Trinidad, um die Landschaft in Tagesausflügen zu genießen. Von Spaziergängen in fruchtbaren Auen bis Bergwanderungen an rauschenden Wasserfällen und Ablümmeln am Strand ist hier alles drin. Wer übrigens nicht unbedingt das Meeresrauschen zum Einschlafen braucht, sollte sein Haupt im nicht direkt am Playa Ancon gelegenen Hotel Las Cuevas betten. Viel besser als das Ancon!
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Was man unbedingt machen sollte:
+ Wenigstens einen Tag Zeit sollte man sich für das schöne Cienfuegos nehmen.+ Wer mehr Zeit hat, den erwarten in der Nähe von Cienfuegos tolle Strände und Spitzen-Tauchmöglichkeiten.
+ Die Umgebung von Trinidad ist von der Natur her toll und prädestiniert für Wanderungen.
+ Che Guevara Fans dürfen sich sein Mausoleum in Santa Clara nicht entgehen lassen.
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Was man sich sparen kann:
- Für einen längeren Aufenthalt gibt Santa Clara wenig her.- Die Altstadt Trinidads ist supertouristisch.
- Das Strandhotel Playa Ancon sollte man tunlichst meiden!
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Fazit: Ist diese Gegend in der Mitte Kubas sehenswert?
Auf jeden Fall. Es ist eine Ecke, in der man locker eine Woche seines Urlaubs verbringen kann, ohne dass einem langweilig wird. Hier wird wieder einmal wahr, was Kuba im Allgemeinen so interessant macht: Auf kleinem Raum gibt es großartige Landschaften, reizvolle Städte und Menschen und karibische Strände unter Palmen zu sehen. Also auf dem Weg in den Süden nicht an dieser tollen Gegend vorbeifahren!