GENUSSSACHE
Feine Dinge aus Kuba...

Es mag schier unglaublich erscheinen, aber es gibt Dinge in Kuba, die für einen Touristen billig zu haben sind und noch dazu vorzüglich schmecken. Na, wer weiß es? Klar, Zigarren und Rum. Die Havanna-Zigarren sind weltberühmt und gelten als die besten der Welt, und auch der Rum hat einen guten Ruf. Grund genug, hier ein paar Worte über Kubas größte Einnahmequellen nach dem Tourismus zu verlieren.

1) Rum - Das Lebenswasser Kubas

2) Zigarren - Paffen wie Che Guevara


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1) Rum - Das Lebenswasser Kubas

Rum begegnet dem Reisenden in Kuba in jeder erdenklichen Form, ob pur in verschiedenen Sorten und Alterungsgraden oder gemixt in einer beinahe unüberschaubaren Vielzahl von Cocktails. Das Brennen von Rum hat in Kuba Tradition, was vor allem daran liegt, dass es auf der Insel stets Zuckerrohr in rauen Mengen gab. So ist auch die Firma Bacardi ursprünglich in Kuba gegründet worden und war in Havanna stationiert, ist dann aber nach der Revolution in die Dominikanische Republik abgewandert. Der Haus und Hof-Rum Kubas ist heute "Havana Club", den es mittlerweise auch in Deutschland (zum 3- bis 4-fachen Preis) zu kaufen gibt.

Der weiße, jüngste Rum ist am besten für das Mischen von Cocktails geeignet wobei sich der braune, sehr viel feinere Rum auch als ein Spitzen-Digestif eignet. Zu kaufen gibt es den Rum überall im ganzen Land und das nicht teuer, der weiße ist für ca. 3$, zu haben, die verschiedenen braunen ab 6$ aufwärts. Der 15jährige Spezial-Rum schlägt allerdings mit ein paar hundert Mücken zu Buche. Wer die Standard-Cocktail-Rezepte wie z.B. für den Mojito wissen will, ist auf der Homepage von Havana Club bestens beraten.

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2) Zigarren - Paffen wie Che Guevara

Obwohl rauchen sicher nicht jedermanns Sache ist, sollte man in Kuba dennoch die Gelegenheit nutzen, die vielbeschworenen Zigarren zu probieren. So frisch und so billig wie hier bekommt man diese sonst nirgendwo auf der Welt. Die Tabake für die Zigarren wachsen vor allem um die Region Pinar del Rio, hier finden die Pflanzen ideale Vorraussetzungen und hier ist das Know-How der Zigarrendreher am größten.

Wer zum ersten Mal Zigarre raucht, sollte mit einer leichten anfangen. Obwohl die kubanischen Zigarren generell eher schwer sind, gibt es auch hier mildere Sorten wie z.B. die RomeoYJulieta oder manche Formate der weltberühmten Cohiba. Echte Brummer sind hingegen die meisten Fabrikate der Montechristo, hier sollte man schon ein paar Zigarren geraucht haben. Es gibt übrigens mindestens ein Dutzend Sorten auf Kuba, und von jeder Sorte mindestens wieder ein Dutzend Formate. Wir finden das Corona-Format (ungefähr so lang wie ein Bleistift aber dicker) ganz brauchbar, man schmöckert eine gemütliche 3/4-Stunde vor sich hin, genau richtig. Über Formate und kubanische Havannas kann man sich in der neuen Zigarren-Rubrik im Link-Verzeichnis informieren.

Es gibt vor allem in Deutschland viele Schnösel, die genau zu wissen meinen, wie man eine Zigarre stilgerecht raucht. Dass es damit meist nicht allzuweit her ist, sieht man an den meisten Kubanern, die ihre Zigarren nach Lust und Laune rauchen und dabei wenig Wert auf Etikette legen. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die man beachten sollte, um unbeschwert vor sich hin paffen zu können:

1) Anschneiden kann man die Dinger wie man will, ob mit dem Taschenmesser oder einem Cutter, allerdings sollte das Tool scharf sein, da man sonst die ganze Zeit mit Tabakfetzen im Mund raucht. Je mehr man wegschneidet, umso größer ist in der Regel der Zug, Anfänger sollten also etwas mehr wegschneiden, da ihnen die Zigarre dann nicht ganz so leicht ausgeht. Hängt allerdings auch sehr stark von der Beschaffenheit der Zigarre ab. Man sollte das Kappe am Mundstück allerdings auch nicht ganz abschneiden, denn dann hält das Deckblatt nicht mehr.

2) Anzünden kann man die Zigarre eigentlich auch mit was man will, nur Eigengeruch bzw. Eigendämpfe sollte das Ding nicht haben. Denkbar schlecht geeignet ist also ein Lagerfeuer oder Benzinfeuerzeug, ein billiges Gasfeuerzeug oder auch Streichhölzer (warten bis der Schwefel weg ist) tun es hingegen völlig. Wichtig ist hingegen, die Dinger nicht gleich im Mund anzuzünden, sondern erst die Spitze ganz leicht anzukokeln, bis der Rand glüht. Tut man das nicht und zieht sofort wie ein Wilder an dem Ding, kann es einem leicht passieren, dass die Zigarre nur nach innen brennt und irgendwann ausgeht.

3) Genießen sollte man die Zigarre am besten mit einem Glas Wein oder auch Rum oder einem Cocktail. Ein Rülps-Bier passt unserer Erfahrung nach nicht so wahnsinnig gut dazu. (Wobei wiederrum ein Starkbier gar keine schlechte Sache zur Zigarre ist.) Langsam und bedächtig dran paffen, nicht zu oft, (ca. 1x pro Minute) damit die Zigarre nicht zu heiß brennt. Inhalieren sollte man übrigens tunlichst nicht, erstens endet das in einem Hustenanfall und zweitens schmeckt die ganze Zigarre dann nicht mehr so gut. Auch sollte man die Zigarre nicht zu lang rauchen (Zwei Drittel der Länge), danach schmeckt es meist kaum mehr.

4) Unwichtig sind solche Fragen ob man die Zigarre nun mit Bauchbinde raucht oder ohne. Am Geschmack verändert sich nix, es sei denn man raucht die Zigarre bis ans Ende und die Bauchbinde gleich mit. Interessant sind übrigens die möglichen Theorien zur Entstehungsgeschichte der Bauchbinde: A) Früher gab es keine Bauchbinden, bis irgendein findiger Tabakhändler mal darauf kam, einfach ein weißes Band drumzuwickeln, um seine Zigarren von den anderen abzusetzen --> Wahrheitsgehalt: Klingt gut, mal wieder ein kapitalistischer Hintergrund. B) Bauchbinden wurden entwickelt, damit man die Zigarre dort anfassen konnte und sich so die Hände nicht gelb/schmutzig machte --> Wahrheitsgehalt: Auch nicht übel, da früher gerade Zigarre rauchen auch bei der holden Weiblichkeit beliebt war. C) Die Bauchbinde dient als Markierung wo man zu rauchen aufhören soll -->Wahrheitsgehalt: Naja, so blöd kann man ja wohl nicht sein....

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