MS Suhl (ex. Phenix I )

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Bei dem Motorschiff Suhl handelt es sich um das dritte Schwesterschiff der Serie Meridian gebaut von der Warnow- Werft Rostock. Diese Schiff war ein so gennanter Rückkauf- Meridian (auch Meridian I genannt), der zunächst für den Export von der Warnow- Werft bestimmt war und später von der DSR zurück gekauft wurde vom ursprünglichen Reeder. Das Schiff hatte folgende technische Daten:

Reeder: DSR
Rufzeichen: Y5BS
Indienststellung: 06.07.1979
Außerdienststellung: 14.05.1993
Schiffstyp: Meridian I
Länge über alles: 156,80 Meter
Länge zwischen den Loten: 146,70 Meter Breite: 21,80 Meter
Tragfähigkeit in tdw: 9.480 / 13.800 Tonnen
Raumvermessung in BRT: 10.047
maximale Reisegeschwindigkeit: 18 Kn
Antrieb: 2 Takt Diesel MAN- Lizens DMR, Typ: K 8 Z 70/120 E, 8 Zylinder (Reihe), 8240 kW, (kein wachfreier Betrieb möglich)
Ladegeschirr: 8 x 5/10 Tonnen (amerikanisches Geschirr), 3 x 22 Tonnen Einzelladebaum (Typ Velle), 1 x 80 Tonnen Schwergutbaum, 1 x 5 Tonnen Bordwippkran (achtere Ladeluke)
Laderäme: 5
Ladeluken: 8
Containerstellplätze: 185 TEU




MS Suhl

Auf diesem Bild vom MS Suhl ist sehr gut zu erkennen,
daß das Schiff trotz Decksbeladung mit Containern und sperrigem Gut
nur wenig Abladung hat, den der Bugwulst ragt weit aus dem Wasser.
Tatsächlich wurden fast nur Leercontainer gefahren.
Das Foto wurde aufgenommen während eines Rettungsboots- Manövers.



5. Reise (August - November)

Semi- Container Expressdienst Naher Osten/Golf
Route: Rostock -> Hamburg (BRD) -> Rotterdam (Niederlande) -> Antwerpen (Belgien) -> London / Gravesend (Great Britain) -> Suezkanal (Ägypten) -> Dubai -> Abu Dhabi (VAE) -> Al Dammam (Saudi Arabien) -> Kuwait -> Suezkanal -> Rostock -> Gdansk Werft (Polen) -> Rostock

Dienstzeit

20.08.1986 bis 28.11.1986

Besondere Reise- Hinweise

Die gesamte Maschinenanlage war in einem denkbar schlechten Zustand, bedingt durch die schlechte Wartungsarbeit der vorherigen Besitzer/ Reeder. Ständig mußte mit Ausfällen gerechnet werden. So ist z.B. kurz vor Auslaufen aus Rostock einer der Hauptkompressoren für die Kühlluken komplett ausgefallen. Beim Annahme des Suez- Kanal- Lotsen ist durch einen unglücklichen, technischen Umstand die gesamte Maschinenanlage wegen Black out ausgefallen. Der Lotse kehrte darauf prompt um und unsere Abfahrt verspätete sich. In Kuwait mußten 5 Kolben gezogen werden, weil die oberen Kolbenringe zerstört waren. Da wir nur einen Ersatzkolben an Board hatten und zu wenig passende Kolbenringe, konnte die Maschine auf der Heimfahrt nur mit verminderter Drehzahl (nicht mehr als 110 U/min) laufen, um weiteren Schaden zu vermeiden.
Insgesamt war die Anlage wegen der fehlenden Überwachungstechnik schwerer zu fahren. Gerade unser jüngster und unerfahrenster Assi hatte oft Schwierigkeiten. Zugleich wurde in der Hauptmotoranlage ein Versuch mit Wassereinspritzung zur Beimischung zum Schweröl gefahren, eine weitere Störenquelle. Einmal z.B. brannte der dazu nötige Schaltschrank fast ab.
Sinn dieser Wasserbeimischung sollte sein, daß an den größeren Wassertropfen sich das Schweröl anheften sollte und durch die so vergrößerte Oberfläche eine bessere Verbrennung erreicht werden sollte.
Auch war wegen der fehlenden Technik ein wachfreier Betrieb nicht möglich. Ich hatte die 4 - 8 Wache und somit immer die wichtigsten Tagesaufgaben im Maschinenbereich. Notgedrungenerweise gelang es mir, in meinem 4- Stunden- Törn alle Aufgaben zu erledigen, die auf einem Automatikschiff in 8 Stunden normal zu erledigen sind.
Auch wegen der aus meiner Sicht unmöglichen Sonnenbrillen- Gang (die leitenden Offiziere rannten mit denkbar schlechter Laune "sonnenbrillen- bewaffnet" nach einer durchzechten Nacht umher und machten die Mannschaft an, was oft vorkam) und wegen dem Arbeits- Stress habe ich die eigentlich geplante zweite Golfreise nicht mitgemacht.
Auf der Werft- Reise führte Kapitän Fick das Schiff, der u.a. hervorragend Polnisch sprechen konnte, so wurde berichtet. In seiner unnachahmliche Art konnte er über die Bordsprechanlage die Leute begeistern (etwa so): "Es ist ja Essenzeit und also der Lotse ist da, aber die Leute, die noch essen sollen ruhig aufessen und dann sich umziehen und auf die Stationen gehen und die schon fertig mit Essen sind, sollen mal schon gehen, die anderen können aber noch ruhig aufessen, aber dann auf die Stationen, also im Prinzip Klar vorn und achtern!"

Seefahrtsbuch Schiff im Dock

Ein Meridian im Trockendock.
Gut zu erkennen die Schraube und das Ruder.

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Erstellt: Sun Oct 12 2003