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5. Reise (August - November)
Semi- Container Expressdienst Naher Osten/Golf
Route: Rostock -> Hamburg (BRD)
-> Rotterdam (Niederlande)
-> Antwerpen (Belgien)
-> London / Gravesend (Great Britain)
-> Suezkanal (Ägypten)
-> Dubai
-> Abu Dhabi (VAE)
-> Al Dammam (Saudi Arabien)
-> Kuwait
-> Suezkanal
-> Rostock
-> Gdansk Werft (Polen)
-> Rostock
Dienstzeit
20.08.1986 bis 28.11.1986
Besondere Reise- Hinweise
Die gesamte Maschinenanlage war in einem denkbar schlechten Zustand, bedingt durch die schlechte
Wartungsarbeit der vorherigen Besitzer/ Reeder. Ständig mußte mit Ausfällen
gerechnet werden. So ist z.B. kurz vor Auslaufen aus Rostock einer der Hauptkompressoren
für die Kühlluken komplett ausgefallen. Beim Annahme des Suez- Kanal- Lotsen
ist durch einen unglücklichen, technischen Umstand die gesamte Maschinenanlage wegen Black
out ausgefallen. Der Lotse kehrte darauf prompt um und unsere Abfahrt verspätete sich.
In Kuwait mußten 5 Kolben gezogen werden, weil die oberen Kolbenringe zerstört waren.
Da wir nur einen Ersatzkolben an Board hatten und zu wenig passende Kolbenringe, konnte die
Maschine auf der Heimfahrt nur mit verminderter Drehzahl (nicht mehr als 110 U/min) laufen,
um weiteren Schaden zu vermeiden.
Insgesamt war die Anlage wegen der fehlenden Überwachungstechnik schwerer zu fahren.
Gerade unser jüngster und unerfahrenster Assi hatte oft Schwierigkeiten. Zugleich wurde in
der Hauptmotoranlage ein Versuch mit Wassereinspritzung zur Beimischung zum Schweröl gefahren,
eine weitere Störenquelle. Einmal z.B. brannte der dazu nötige Schaltschrank fast ab.
Sinn dieser Wasserbeimischung sollte sein, daß an den größeren Wassertropfen sich
das Schweröl anheften sollte und durch die so vergrößerte Oberfläche
eine bessere Verbrennung erreicht werden sollte.
Auch war wegen der fehlenden Technik ein wachfreier Betrieb nicht möglich. Ich hatte die
4 - 8 Wache und somit immer die wichtigsten Tagesaufgaben im Maschinenbereich. Notgedrungenerweise
gelang es mir, in meinem 4- Stunden- Törn alle Aufgaben zu erledigen, die
auf einem Automatikschiff in 8 Stunden normal zu erledigen sind.
Auch wegen der aus meiner Sicht unmöglichen Sonnenbrillen- Gang (die leitenden
Offiziere rannten mit denkbar schlechter Laune "sonnenbrillen- bewaffnet" nach
einer durchzechten Nacht umher und machten die Mannschaft an, was oft vorkam) und wegen dem
Arbeits- Stress habe ich die eigentlich geplante zweite Golfreise nicht mitgemacht.
Auf der Werft- Reise führte Kapitän Fick das Schiff, der u.a. hervorragend Polnisch
sprechen konnte, so wurde berichtet. In seiner unnachahmliche Art konnte er über die
Bordsprechanlage die Leute begeistern (etwa so): "Es ist ja Essenzeit und also der Lotse
ist da, aber die Leute, die noch essen sollen ruhig aufessen und dann sich umziehen und auf
die Stationen gehen und die schon fertig mit Essen sind, sollen mal schon gehen, die
anderen können aber noch ruhig aufessen, aber dann auf die Stationen, also im Prinzip Klar
vorn und achtern!"
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