MS Frankfurt/ Oder

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Bei dem Motorschiff Frankfurt/ Oder handelt es sich um das fünfte Schwesterschiff der Serie Meridian gebaut von der Warnow- Werft Rostock. Das Schiff hatte folgende technische Daten:

Reeder: DSR
Rufzeichen: Y5BF
Indienststellung: 21.09.1979
Außerdienststellung: 24.02.1993
Schiffstyp: Meridian II
Länge über alles: 156,80 Meter
Länge zwischen den Loten: 146,70 Meter
Breite: 21,80 Meter
Tragfähigkeit in tdw: 9.480 / 13.800 Tonnen
Raumvermessung in BRT: 10229
maximale Reisegeschwindigkeit: 18 Kn
Antrieb: 2 Takt Diesel MAN- Lizens DMR, Typ: K 8 Z 70/120 E, 8 Zylinder (Reihe), 8240 kW (11.200 PS), Automatik (24 h wachfreier Betrieb möglich)
Ladegeschirr: 8 x 5/10 Tonnen (amerikanisches Geschirr), 3 x 22 Tonnen Einzelladebaum (Typ Velle), 1 x 80 Tonnen Schwergutbaum, 1 x 5 Tonnen Bordwippkran (achtere Ladeluke)
Laderäme: 5
Ladeluken: 8
Containerstellplätze: 185 TEU
Besonderheiten: 2 Kühlgutladeräume, 2 Süßöltanks




MS Frankfurt / Oder

MS Frankfurt/ Oder im Seehafen Rostock


4. Reise (Februar - April)

Voll- Container Kurzreise Mittelmeer/ Rotes Meer
Route: Rostock -> Sczeczin Werft (Polen) -> Rostock (Reede) -> Antwerpen (Belgien) -> Larnaca (Zypern) -> Suezkanal (Ägypten) -> Al Dschidda (Saudi Arabien) -> Acaba (Jordanien) -> Suezkanal -> Rotterdam (Niederlande) -> Rostock

Dienstzeit

07.02.1986 bis 01.04.1986

Besondere Reise- Hinweise

Auf dieser vierten Reise kam ein bunt zusammen gewürfelter Haufen von Springern und fahrendem Personal (u.a. von der Potsdam) zusammen, um die Werftzeit in Polen abzusichern. Die sich anschließende, nicht geplante Kurzreise wurde von einem Großteil dieser Leute in einem wahrhaftigen Party- Rausch absolviert. Jeden Abend war irgendwo was los und selten paßten Decksmannschaft und Maschinengang so gut zusammen. Diese Besatzung habe ich in sehr angenehmer Party- Erinnerung behalten.
Trotzdem wurde alle Arbeit sehr gut bewältigt; was sogar den Kapitän dazu bewegte, zu erklären, daß er mit dieser Besatzung "sofort wieder losfahren" würde. Eine echte Auszeichnung.
Auf dieser Reise konnte ich "über den Jordan" schauen. Und am Hafen Acaba sind wir erstmal im kühnen Schwung vorbei gerast ;–). Die Brückenleute schlugen mit einer übelst scharfen Kurve gerade noch den Kurs direkt auf die Pier ein...
Diese Kurzreise muß eine große Bedeutung für die Reederei gehabt haben, den es wurden auslaufend nur ca. 120 Container (u.a. Kühlgut- Container) geladen und das Schiff war gerade zu 25% der Tragfähigkeit ausgelastet. Aus kaufmännscher Sicht kann sich diese Reise kaum gerechnet haben.
Angenehmer Nebeneffekt dieser Reise für die Weinhändler in Larnaca: Diese Besatzung bestellte wegen der anhaltenden Pary- Laune als DDR und DSR- Schiff eine der höchsten Mengen an Wein; soviel, daß der Händler extra einen Kleintransporter zwecks Anlieferung einsetzte.
Die Hauptmotor- Anlage der Frankfurt/ Oder war eine der besten und standhaftesten. Selbst bei 141 bis 142 U/min standen auf Grund der importierten, hervorragenden Brown Bovery Turbolader die Abgaswerte immer in kontrollierbaren, sicheren Bereichen. Diese Turbolader erzeugten ein unüberhörbares Pfeifen und sorgten für die richtige Power ;–). So konnte dieses Schiff die projektierte Reisegeschwindigkeit von 18 Kn tatsächlich erreichen. Im Ärmel- Kanal erreichte das Schiff heimwärts laufend sogar 18,5 Kn und lies einige Schiffe hinter sich. Für die Maschinen- Leute, welche vorher auf der Potsdam deren schwachen Hauptmotoranlage kennengelernt hatten, eine völlig neue Erfahrung.

Seefahrtsbuch Maschinen- Kontrol- Raum

Der Maschinen- Kontrol- Raum (MKR) eines Meridian II.
Vorn rechts der Fahrstand für den Hauptmotor mit dem
"Handrad" zum Anlassen und Umsteuern. Daneben die
Hauptkontrolltafel mit dem Blockschaltbild aller
wichtigen Systeme. Links die Elektro- Hauptschalttafel
und die Steuerung der Dieselgeneratoren.

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Erstellt: Sat Aug 17 20:14:48 2002