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4. Reise (Februar - April)
Voll- Container Kurzreise Mittelmeer/ Rotes Meer
Route: Rostock -> Sczeczin Werft (Polen)
-> Rostock (Reede)
-> Antwerpen (Belgien)
-> Larnaca (Zypern)
-> Suezkanal (Ägypten)
-> Al Dschidda (Saudi Arabien)
-> Acaba (Jordanien)
-> Suezkanal
-> Rotterdam (Niederlande)
-> Rostock
Dienstzeit
07.02.1986 bis 01.04.1986
Besondere Reise- Hinweise
Auf dieser vierten Reise kam ein bunt zusammen gewürfelter Haufen von Springern und
fahrendem Personal (u.a. von der Potsdam) zusammen, um die Werftzeit in Polen
abzusichern. Die sich anschließende, nicht geplante Kurzreise wurde von einem
Großteil dieser Leute in einem wahrhaftigen Party- Rausch absolviert. Jeden Abend
war irgendwo was los und selten paßten Decksmannschaft und Maschinengang so gut zusammen.
Diese Besatzung habe ich in sehr angenehmer Party- Erinnerung behalten.
Trotzdem wurde alle Arbeit sehr gut bewältigt; was sogar den Kapitän dazu bewegte,
zu erklären, daß er mit dieser Besatzung "sofort wieder losfahren"
würde. Eine echte Auszeichnung.
Auf dieser Reise konnte ich "über den Jordan" schauen. Und am Hafen Acaba
sind wir erstmal im kühnen Schwung vorbei gerast ;). Die Brückenleute
schlugen mit einer übelst scharfen Kurve gerade noch den Kurs direkt auf die Pier ein...
Diese Kurzreise muß eine große Bedeutung für die Reederei gehabt haben, den
es wurden auslaufend nur ca. 120 Container (u.a. Kühlgut- Container)
geladen und das Schiff war gerade zu 25% der Tragfähigkeit ausgelastet. Aus
kaufmännscher Sicht kann sich diese Reise kaum gerechnet haben.
Angenehmer Nebeneffekt dieser Reise für die Weinhändler in Larnaca: Diese
Besatzung bestellte wegen der anhaltenden Pary- Laune als DDR und DSR- Schiff eine
der höchsten Mengen an Wein; soviel, daß der Händler extra einen
Kleintransporter zwecks Anlieferung einsetzte.
Die Hauptmotor- Anlage der Frankfurt/ Oder war eine der besten und standhaftesten.
Selbst bei 141 bis 142 U/min standen auf Grund der importierten, hervorragenden Brown
Bovery Turbolader die Abgaswerte immer in kontrollierbaren, sicheren Bereichen.
Diese Turbolader erzeugten ein unüberhörbares Pfeifen und sorgten für die
richtige Power ;). So konnte dieses Schiff die projektierte
Reisegeschwindigkeit von 18 Kn tatsächlich erreichen. Im Ärmel- Kanal
erreichte das Schiff heimwärts laufend sogar 18,5 Kn und lies einige
Schiffe hinter sich. Für die Maschinen- Leute, welche vorher auf der Potsdam
deren schwachen Hauptmotoranlage kennengelernt hatten, eine völlig neue Erfahrung.
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