Nur ein kleiner Schnitt nur, wieder. Ein Schnitt mehr, was macht das schon?
Blut, nur Blut, keine Tränen. Wie immer.
Schmerzen, die die Seele nicht mehr erreichen.
Andere Schmerzen, die die Seele verletzen, so tief. Alte Wunden aufreissen, immer
wieder. Und immer wieder diese Frage: Warum?
Warum nur musste es so kommen?
Warum habe ich diese Probleme,
warum nicht mein
ärgster Feind? Wer ist mein ärgster Feind? Eigentlich mein Körper, mein Selbst
meine Seele. Mein Leben. Warum kommt niemand und
verbindet die Wunden? Statt dessen treten alle nochmal auf der Seele rum. Reissen alte
Wunden auf, gewollt oder nicht. Es schmerzt soo sehr. Nie sieht jemand wie die Seele
blutet, verblutet. Es tut so weh...
Es ist so gemein, die eigenen Mängel und Schwächen vorgeführt zu bekommen.
Ich kann damit so schwer umgehen, es verletzt, beleidigt, erniedrigt. Drängt
mich in die Ecke, kann mich nicht mehr verteidigen. Konnte mich noch nie richtig
verteidigen. Blieb lieber in der Ecke, klein und erniedrigt. Merke die Stiche und
Tritte auf der Seele, spüre die alten, fast vergessen geglaubten Wunden aufplatzen.
Und verblute dabei, innerlich. Niemand da, der hilft...
So viele Mängel, so viele Zwänge, so viele Nöte.
Warum? Warum ich? Ich mag
nicht mehr, kann nicht mehr. Möchte das alles los sein, frei sein. Frei wie
ein Vogel. Fliegen wohin man will, nie gebunden, nie in einer Grenze, einer
Mauer gefangen. So viele Grenzen und Mauern um mich rum, ich kann sie nicht
alle niederreissen. Habe die Kraft nicht. Nicht mehr. Wo sind die Leute mit den
grossen Brecheisen, den Pressluftmaschinen? Wo sind die Mauerspechte? Niemand
da...
Zum Schluss stehe ich immer alleine da. Wie immer. Ich habe es gewusst. Schon
immer war es so. Es wird sich nie ändern. Wer hilft jetzt noch, wer hört zu?
Niemand mehr da. Alle vergrault, alle verjagt. Alle und alles verdammt. Verdammt
zum allein sein und kann doch nicht allein sein. Es ist so schwer und schmerzt so
sehr. Warum nur?
Warum hält keiner zu mir,
warum muss ich so handeln. Kann
Nähe nicht ertragen, kann Distanz nicht aushalten. Mag beides nicht und kann
trotzdem keine wirkliche Mitte darunter finden. Was nun? So bleib ich allein,
wie immer. Und auch das schmerzt so sehr...
Schmerzen bestimmen mein kleines Leben, die ganze Zeit. Muss kontrollieren
und manipulieren, um es am Leben zu halten, dies Leben. Wo ist es lebenswert,
wo ist das Glück? Wo ist die Ruhe, wo der Ort, der das zu Hause ist? Ich weiss
es nicht. Nur Fragen über Fragen. Keine Antworten, nie.
Warum? Warum antwortet
niemand? Kann das niemand beantworten? Was bleibt dann vom Leben? Nur Kontrolle
und Manipulationen? Was ist das bloss für ein Leben, was ist das für eine
Welt? Eine Welt, in der ich alleine und verlassen mich fühlen muss...
Nur ein kleiner Schnitt nur, wieder. Ein Schnitt mehr, was macht das schon?
Blut, nur Blut...
Als ich diesen Text schrieb, ging es mir sehr schlecht, die alten
Gedankenwelten und Verhaltensmuster drohten mich zu überfluten, zu verschlingen.
Es ist ein schwerer Kampf, jeden Tag auf's neue gegen diese zerstörrerischen
Kräfte anzugehen. Es kostet Kraft, Energie und erfordert doch soviel Disziplin und Ausdauer.
Werde ich diese jemals und immer haben...?
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WARUM ?
Eine Kohlezeichnung auf Papier, im Originalbild hat es die Grösse A5.
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