Dieser Lebenslauf ist so wiedergegeben, wie er von mir in der psychatrischen Klinik handschriftlich verfasst wurde. Er kommt also mit sämtlichen Fehlern daher, ergänzt um ein paar Anmerkungen. Er baut auf einer Gedankenstütze, einer inhaltlichen Vorgabe aus einem Vordruck aus dieser Einrichtung auf, hält sich weitgehend an die dort geforderten Punkte. Der Text entstand um den 9 - 11/04/2003.
Sämtliche Aussagen und Angaben unterliegen meinem strikten Verbot einer weiteren Veröffentlichung, Zuwiederhandlungen muss ich rechtlich verfolgen lassen! Ich bitte um Verständnis. Dies dient zur Wahrung meiner Privatsphäre. Der gesamte Text unterliegt meinem Copyright.

----

Lebenslauf

Einige der Stichpunkte sind totaler Quark, weil ich dazu nix sagen kann. Ich werde mich bemühen, trotzdem darauf eine Antwort zu geben soweit ich kann.

Elternhaus
Zur Entwicklung als Säugling oder Vorschulkind kann ich nix sagen, da müssen sie schon meine Eltern fragen. Aber die fragen sie besser nicht, die verstehen sowieso nicht, was hier passiert. Erlebnisse habe ich nicht viele in Erinnerung, einmal war der Opa aus Löbau da und hat ein Papierauto gebastelt, da kann ich mich noch gut dran erinnern. Dann habe ich mich bei meiner Schwester mit Windpocken angesteckt und einmal kam ein Mann der hatte sich den halben Finger abgeschnitten weil er in eine Maschine oder so gekommen war. Der Finger klappte da immer so runter. Ich soll immer viel Flöhe mit nach Hause gebracht haben. Einmal habe ich meiner Schwester ein Stück Beton an den Kopf geworfen, das hat doll geblutet. Ich trottete hinter ihr her nach Hause, ob es da Schläge gab weis ich nicht mehr, kann schon sein. Einmal habe ich eine Granate gefunden, die hat dann mein Vater auf den Schrott geworfen. Eigentlich kann ich mich nur an Scheisse erinnern. 1
Zur Ehe der Eltern kann ich nix sagen, da habe ich nichts mitbekommen. Genauso zum Klima oder den "sozialen Verhältnissen" oder den Erziehungsmethoden. Keine Ahnung und wenn - alles verdrängt. Weitere an der Erziehung beteiligte Personen kenne ich nicht und wüsste ich nicht. Zum Charakter der Eltern weis ich nicht viel ich mache mir keine Gedanken um sie. Der Vater ist obergenau, steigert sich in alles rein. ist leicht erregbar, er trinkt (aus meiner Sicht) und kann affektiv sein. Er hat Prinzipien. Zur Mutter weis ich noch weniger. Ich würde sie als jemand einschätzen der mich gängelt, bevormundet und unnahbar ist, keine Gefühle zeigt. Aber da liege ich bestimmt total falsch und meine Mutter würde heftig protestieren. Ich habe sie nie wirklich kennen gelernt, wohl auch weil ich sie auch nich an mich heran gelassen habe. Aber eigentlich sind sie beide mir egal. Sie sind da, das ist alles. Das Verhältnis zu meiner älteren Schwester in der Kindheit weis und kenne ich nicht. Ich kenne auch keine Verhaltensmerkmale oder so. Spielkameraden hatten hatten wir wohl keine, weil wir weit ab auf einer Hühnerfarm gewohnt haben heute steht da der Knutzsen - Teppichmarkt. Freundschaften dem zufolge auch nicht, hatte ich nie viele. Eher keine. 2 Spielsachen weis ich nicht, später fand ich die Modelleisenbahn ganz gut. Aber das war schon in der Schulzeit. Zu Kleidung weis ich auch nix, wieso muss man da auch was wissen, Quark. Geld hatte ich bestimmt keins. Woher auch. Jugendideale ein hohes Wort. Sowas kann keine Kind haben, sowas entwickelt man erst später. Woher soll sowas auch kommen. Ich habe Ideale erst spät entwickelt, ich denke so als 16 - 18 und später. Und meist waren sie falsch und verlogen. Kindergarten war teilweise unangenehm, wir haben uns fiel geprügelt. Doll war das mit dem Holzspielzeug einmal. Da gab es auch kurz einen Kumpel, der ging dann weg. Zum Schluß durfte ich immer alleine nach Hause gehen. Einmal bin ich dabei über eine Leiter gestolpert und die Nase (oder die Lippe, kann auch sein) hat schweinisch geblutet. Musste lange so laufen bis ich zu Hause war. 3
<-- Bin sowieso dauernd auf die Nase gefallen. (Anmerk.: Nachträglich eingefügter Satz)
Ich war fast immer alleine, nur wenige Bekannte oder Freunde, die eigentlich gar nicht. Erste Klasse war komisch, weil ich hörte man hat wohl versucht, mir das links schreiben abzugewöhnen. Hat aber nicht geklappt :–P In der zweiten - IMO 5/6 Klasse war ich in HRO im Schichtbetrieb. 4 Ich habe sehr schwer Anschluss gefunden, weis ich noch genau. Hat wohl ¼ Jahr gedauert oder länger. Nur unangenehme Erlebnisse besonders zum Schluß. Sehr bitter. 5 Dann wurden die Schulen neu zusammengelegt und der neue Haufen war das totale Chaos. Die neue Klasse hat nie richtig zusammen gefunden, waren nur Grüppchen und ich mittendrinn. Richtigen Anschluß hatte ich keinen mehr IMO, weil auch unsere Hofclique was besonderes, eine eigene Welt war. Meine Leistungen waren gut. Lernen macht mir nicht viel aus, ich habe immer nur soviel gemacht wie nötig war. Ich hätte besser sein können. Begabungen habe ich keine, ich konnte früher gut malen. Je abstrakter es ist umso einfacher ist es für mich das zu begreifen. So war ich gut in Mathematik (je grösser die Zahlen sind umso besser) ich kann aber nicht kopfrechnen. Besondere Interessen kann ich jetzt nicht sagen, wir haben viel Scheisse gebaut als Jugendliche und ich war immer vorn dabei. Die anderen haben gedacht, ich habe gemacht. Zum Beispiel die Dachkanten - Action. 6 Oder die Sache mit dem Allehol, 7 das war schon zur Lehre IMO und den Tabletten. Bin mir nicht sicher. Wir haben viel Fahrrad gefahren und Action gebaut, im Wald z.B. wo die Trialfahrer gefahren sind, sind wir mit dem Rad auch runter (rauf geht ja schlecht, nur bedingt) das war cool. Viele Unfälle. Heutzutage hätte das keiner von uns überlebt. 8 Viel Geld fürs Rad ausgegeben, trotzdem war es nicht perfekt und oft kaputt. In der Schulzeit (zumindest 1. Klasse) gab es Schläge und noch ein paar unangenehme Dinge vom Vater. Später nicht mehr. Hier fehlt viel... 9

Beruf
Der Berufswunsch war unklar, ich habe einfach Lokschlosser gemacht, weil irgendwas musste man ja machen, nicht drüber nachgedacht. Außerdem konnte man da später Lokführer werden, wurde aber nix, weil bei der Einstellung man mir bereits gesagt hat, das ich später eine Brille brauche und sowas geht nicht als Lokführer. Konnte ich also knicken. Die Anforderungen waren packbar. War später 4- Schichtsystem fand ich nicht so toll. 10 Der Lehrmeister (der ältere) war ein Säufer, aber ertragbar, der später dazukommende jüngere hatte keine Ahnung. Die Brigade in die ich nachher kam war ein wilder Haufen und ein unangenehmer Meister. 11 Danach bald Armee, möchte ich gerne streichen. 12
Nach der Armee war ich noch kurz bei der Bahn in einer neuen Brigade. Die war gut, aber die Bewerbung bei der DSR war durch und ich bin gefahren. Musste lernen, selbstständig zu funktionieren, ging auch ganz gut. War immer auf neuen Schiffen, nie ein festes Kollektiv. War auch besser so, so konnte ich selbst entscheiden, wohin ich wollte. Zum Schluß war das mehr versteckte Arbeitslosigkeit. Der Druck war zum Schluss recht groß, konnte nicht mehr recht losfahren, war lieber zu Hause. 13 Unangenehm die Sache mit dem Geburtstag auf See, sehr unangenehm. 14 Danach Warnowwerft, zum Schluß Dock II. Der Meister war die mieseste Ratte, die ich kennen gelernt habe. Hat mir einen neuen Beruf versaut. Nach der Wende abgewickelt und umorientiert. Weil hier nicht mehr viel los ist und Geld- Dinge wichtig wurden habe ich bei der Nürnberger Versicherungen verkauft. Fiel mir anfangs sehr schwer und musste dann auch gehen, weil die Leistungen nicht ausreichten. 15 Zur gleichen Zeit wurde unser Büro gegründet, wo ich einstieg (selbstständig) und habe mit viel Kraft / Fleis den Laden mit aufgebaut. Heute nur noch Scheisse. Die Kunden gehen mir auf den Kranz, sind kleinlich geworden und die Versicherer kucken nur noch auf ihre Schadenstatistiken und die Rendite. 16 Ausserberuflich versuche ich die RoLUG etwas anzutreiben, ich computere viel und mache bei stop1984 mit. Das ist die einzige Sache, die mir derzeit wirklich einen gewissen Rückhalt gibt. 17 Heute könnte ich mich nicht mehr einen "Chef" unterordnen, weil ich alleine entscheiden will, was und wann ich was tue. Alles andere wäre Zwang und Druck. 18

Partnerinen:
Sexuelle Aufklärung hat es keine gegeben, das weis ich genau. Das Thema ist auch sehr dunkel und trifft mich sehr. Die paar Bekanntschaften, die ich hatte, gingen schnell vorbei und ich hatte schwer zu kämpfen dran. War durch ein Erlebnis jahrelang nicht in der Lage, ein Mädchen anzusprechen. 19 Wusi ist wirklich lieb und nett und stark. Sie hat zwar einen ganz schönen Dickkopf und ich wünschte, es ginge mehr nach meiner Pfeife. Ist aber besser so, weil sonst die Kinder total unter die Räder kämen. Schwierigkeiten gibt es viele, weil ich zu wenig rede, findet sie. Dem zufolge auch Krisen. Wir waren schon kurz davor, die Kiste zu kippen. Ich kann sie nicht leiden sehen und hänge sehr an ihr. 20 Interesse am Familienleben habe ich fast keins, es ist gut das die Leute da sind, das reicht. Dito Freizeitgestaltung, ich mache lieber meine eigenen Sachen. Wir haben sowieso ein Problem, weil ich ein Nachtmensch bin und Wusi nicht. Ich schlafe gerne mal am Tag, geht aber nicht wegen der Familie, also wird der Schlaf noch weniger, den ich hab. Aber daran habe ich mich gewöhnt. 21 Bekannte habe ich fast keine. Mit den Verwandten kann ich gut umgehen, aber ich soll total ekelig und unangenehm sein, keine Tischmanieren, vorlaut naja einfach Scheisse. Kann schon sein, merke ich nicht unbedingt. 22 Freunde sind mir sehr wichtig, wichtiger als die eigenen Verwandten u.s.w. Ich hänge sehr an denen, es sind ist eigentlich nur 1 und sie sind bei mir. 23

Erkrankungen
Ich soll mal eine Leisten- OP gehabt haben, keine Ahnung. Eine Narbe ist da. Ich habe Heuschnupfen - ein Erfolg der Wende. 24 Kinderkrankheiten das übliche IMO. 1 Unfall mit der Nase, 1 Unfall mit Rad (Krankenhaus) 1 Armbruch (unverschuldet) 1 Nasen- OP (96) 1x halben Finger aufgeschnitten viel Blut, mir wurde leicht übel 25
Derzeit: tiefe Löcher, Abstürze, manche Dinge / Situationen / Texte / Lieder triggern mich mehr oder weniger, Ablenkung hilft nur bedingt. Weinkrämpfe teilweise sehr übel mit Atemnot, Flucht / Panikanfälle (zum Glück selten) Stimmungs / Meinungsschwankungen, vieles verletzt mich / fühle mich angegriffen, Ursachen dafür keine Ahnung
Miese Stimmung / Deprie je nach dem
Hier fehlt bestimmt noch viel. 26

Eigencharakteristik (toll): 27
Unausgewogen, ekelig, hinterhältig, nicht vertrauenswürdig, nicht immer ehrlich, verschlossen, kontaktscheu, sehr sennsibel, mürrisch, schwer ansprechbar, nicht redselig, trüb, nicht unbedingt hilfsbereit
Ich lebe in meiner eigenen Welt (und es ist ein Wunder, daß ich überhaupt noch lebe) kann meine Geburtstage nicht akzeptieren wie
(Anmerk.: Nachträglich eingefügte Sätze auf dem Blatt)
X ich bin anhänglich / klammere, ich kann terrorisieren / manipulieren
vergesslich, unkonzentriert <= beinahe vergessen
(Anmerk.: Hier geht es auf dem Blatt im Ursprungstext weiter)
auch das Alter (Horror), kein Verhältnis zu sozialen Beziehungen, kann mir andere Menschen nicht vorstellen 28
Im Beruf war ich früher scheißfreundlich und nett und fleissig, jetzt bin ich nur noch mürrisch und fühle mich angegriffen, es stört alles nur noch. 29
Verwandte / Bekannte sind da und wenn sie kommen (kommt selten vor) ist es gut und wenn sie endlich gehen auch.
Durch mein Scheiss Verhalten isoliere ich meine Familie. Es werden noch alle Schaden nehmen. Aber ich kann nicht wirklich mit den anderen umgehen, muß mich dazu überreden und sofort reagieren, sonst ist es weg. In letzter Zeit kriegen auch die Kinder mein Verhalten ab. Aber ich kann nicht sagen, daß ich das schlimm finde, irgendwie stören sie nur. 30
Eigentlich bin ich ein selten - dummes Schwein. Freunde sind mir sehr wichtig, aber da ist ja nicht viel. Ich würde alles für sie geben und tuen. 31
Ich bin selbstzerstörrerisch. Man sollte mir besser aus dem Weg gehen. Sehr egoistisch. 32



Anmerkungen

1. Das ist sehr merkwürdig: An einige Dinge kann ich mich sehr genau erinnern, als wär es gestern erst passiert. Aber es sind diese unangenehmen Dinge, an die ich mich erinnere. Sie waren wohl überaus prägend...

2. Freundschaften und Freunde sind nach wie vor ein schwieriges Kapitel für mich. Ich vergebe den "Titel" Freund nur äusserst selten, ungern fast. Er stellt an mich und die bedachte Person sehr hohe Anforderungen. Dieses besonders hochwertige Verhältnis will mit tiefem Vertrauen, dauerhafter Verlässlichkeit, gegenseitiger Achtung und uneigennütziger Hingabe erfüllt sein. Und das ist für keinen einfach erfüllbar. Deswegen bin ich da sehr vorsichtig und misstrauisch, wenn jemand (aus meiner Sicht) in der heutigen Zeit zu vorschnell das Wort Freund in den Mund nimmt.

3. In der Tat hatte ich in der Not nur eine Plastetüte als Taschentuch, als Verband dabei. Das war natürlich gänzlich ungeeignet. Dies prägende Erlebnis zeigte mir meine Verwundbarkeit.

4. Ein Kuriosum: Da es nicht genug Schulgebäude gab, teilten sich zwei Schulen ein Haus und so wurde mit wöchtenlich wechselnden Rythmus der Schulbetrieb in zwei Schichten (Frühschicht und Spätschicht) durchgeführt. Abweichend waren auch die Schulstunden um 5 Minuten kürzer, damit die beiden Schulen in "vernünftigen" Zeitrahmen ihre Schüler unterrichten konnten über den Tag.

5. Dies betrifft u.a. den sehr schmerzlichen und endgültigen Abschied von einem lieben Mädchen aus der ehemaligen Klasse (vielleicht die erste Liebe?). Da mich das nach so vielen Jahren immer noch sehr berührt, möchte ich nicht weiter auf Einzelheiten eingehen. Sorry. Siehe dazu auch Punkt 19.

6. Ein weiteres, sehr prägendes Erlebnis: Auf Betreiben der anderen habe ich mein eigenes Leben tatsächlich in meinen eigenen beiden Hände gehalten. Ich hätte nur loslassen müssen, dann wär es aus gewesen. Rings um dieses Ereignis hat sich in mir viel bewegt, mich viele Gedanken und Gefühle bewegt. So viel und intensiv, daß dieses wahrlich kurze Ereignis (insgesamt nicht mehr als 10 Minuten) meine Sicht auf bestimmte Dinge im und auf das Leben für immer beeinflusste. Auch hier bitte ich um Nachsicht, daß ich mir Details erspare. Sie kommen vielleicht in eine eigene Geschichte später.

7. Hier kann jeder sich in der separaten, aber auch fiktiven Geschichte John Barleycorn umfassend informieren.

8. Hier spreche ich den Punkt an, daß bei heutigen Verkehrsverhältnissen mit der Unmenge an Autos und anderen Verkehrsteilnehmern wir kaum eine Chance gehabt hätten, ungeschoren davon zu kommen. Irgendwann hätte es bei unserem Fahrstil, unserer Action jeden von uns unter die Räder irgendwelcher Kraftfahrzeuge getrieben. Oder auf die Motorhauben... Aber damals war weit weniger Autoverkehr - unser Glück.

9. Zwei Aspekte spricht dies an: Zum Einen ist gemeint, daß mir eine Menge an Erinnerungen hier echt fehlen, nicht vorhanden oder verdrängt sind. Ich weis nicht, ob sie je wiederkommen werden. Und wenn ja, was es bewirken wird oder kann. Zum Anderen der Aspekt von körperlicher Gewalt, ausgeübt von meinem Vater gegen mich und die seelischen Folgen und Probleme, die mir dadurch wiederfahren sind. Ein ganz trauriges Kapitel. Wohl deswegen auch die Verdrängung und das Vergessen.

10. Die teilweise von Tag zu Tag wechselnden Schichten machten es mir schwer, einen geregelten Rythmus zu finden. Was sich auch auf die Seele und den Körper niederschlug. Siehe auch dazu im Kapitel Alkohol. Nur "etwas" mehr Geld gab es in dem Schichtsystem.

11. Auch hier wieder der Hinweis auf die separate Geschichte John Barleycorn. Mehr oder weniger versteckte oder offene Probleme mit Autoritäten und Vorgesezten prägten mein ganzes Berufsleben. Und es begann hier in dieser Brigade bei der damaligen "Deutschen Reichsbahn" im Bahnbetriebswerk in Rostock. Und hörte nie auf...

12. Eines der dunkelsten und seelisch grausamsten Kapitel in meinem Leben, weswegen ich auch hier auf Details verzichte. Ich kann auch heute noch schwer damit umgehen, rede nicht gerne darüber. Ich bitte um Nachsicht. Diese Ereignisse und Erlebnisse prägten auch sehr tief und nachhaltig meine Sichtweise auf bestimmte Dinge, zum Beispiel zum Thema Gewalt gegen Menschen. Ich habe dort Fehler gemacht und darunter leide ich noch heute. Und es hat Jahre gedauert, bis ich dies erkannt habe. Deswegen hätte ich diese Erinnerungen lieber nicht, nicht mehr.

13. Damit ist der innere, seelische Druck, dieses Aushalten gemeint. Das Empfinden, weg zu wollen in einer Art Flucht und zugleich der übergrosse Dämpfer, daß es zu Hause niemanden gibt, der auf einen wartet. Nur noch innerer, massiver Druck beherrschte mich zeitweise...

14. Auch eine eigene Geschichte kann nur annähernd wiedergeben, was für riesen Probleme ich mit meinem Alter und damit verbunden mit all meinen Geburtstagen habe. Das ganze ist sehr komplex und schwer vermittelbar, da es u.a. auch mein Verhältnis zum eigenen Körper betrifft. Hinweise liefert sicherlich auch die Geschichte mit der Frage nach dem Warum. Dort wird andeutungsweise auf die Diskrepanz zwischen meinem tatsächlichen Alter und meinem inneren, gefühlten Alter eingegangen. Im Detail finden sich nun genauere Darstellungen in dem Text Hey... Alter!.

15. Hier werden zwei Aspekte angesprochen: Zum einen meine massiven Probleme, wenn es um den Kontakt zu neuen, mir fremden Menschen geht (ich bin eigentlich sehr kontaktarm, scheu fast) und alles was damit zusammen hängt. Nur der Umstand, daß dies weitgehend geschäftliche Kontakte waren und blieben, machte mir diese Arbeit erträglich, anfangs (Stichwort: Nähe - Distanz). Zum zweiten der Leistungsdruck und die dauernd eingeforderte "Bereitschaft zur Unterwerfung unter den Willen der Kunden" in diesem Dienstleistungssektor. Auch etwas, was ich auf Dauer nicht ausgehalten habe. Siehe auch die weiter folgenden Sätze im Text oben...

16. Gleichbedeutend, siehe dazu auch Punkt 15. Ich kann heute sagen, daß diese Tätigkeit, dieser Stress und nervliche Aufreibung die Erkrankung mit gefördert hat.

17. In der Tat war es diese Tätigkeit bei Stop1984, die mich in 2002 wirklich vor schlimmeren Taten (an und mit mir) gerettet und gehalten hat. Und sie hat mir wunderbare, wichtige und neue Menschen über das Internet nahe gebracht, mich mit ihnen verbunden. Dafür bin ich dankbar.

18. Es klingen hier Aspekte aus den Punkten 11 und 16 an, die letzten Sätze verdeutlichen recht gut meine Einstellung zu Autoritäten und zu meinen Lebenseinstellungen - ich will Freiheit spüren, erleben.

19. Dies ist eines der dunkelsten und zugleich komplexesten, vielschichtigsten Kapitel überhaupt in meinem Leben, es berührt und trifft mich sehr. Deswegen versuche ich bewusst jegliche Erinnerung zu verdrängen, weil es zum Teil schwere Depressionen in mir auslösen kann. Ich bitte um Verständnis, dieser Abschnitt insgesamt geht sehr, sehr nahe und daher verzichte ich bewusst auf weiterführende Einzelheiten, soweit sie nicht in diesem Lebenslauf stehen.

20. Dieser Punkt (das Klammern) und die vorhergehenden, wie auch weiter folgenden Sätze sprechen wesentliche Aspekte meiner Störung an. Sie beschreiben stichpunktartig meine Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. Aspekte, die auch in Punkt 15 anklingen.

21. Wer es nicht weis, diese Sätze sprechen mein schlimmstes selbstschädigendes, selbstverletzendes Verhalten an. Ja auch massiver, lang anhaltender Schlafentzug ist selbstzerstörrerisch. Ich wusste das bis zu meinem Klinikaufenthalt auch nicht...

22. Auch hier klingen wieder wesentliche Punkte meiner Störung an. Siehe auch Punkt 20.

23. Hier werden zwei für Aussenstehende sicherlich ganz merkwürdig erscheinende Aspekte angesprochen. Zum Einen, mein gespaltenes Verhältnis zu den eigenen, eigentlich nahestehenden Verwandten und Familienangehörigen und zugleich mein Klammern an diese "externen", mir doch "fremden" Freunde. Zum anderen die kaum erklärbare und schwer vermittelbare Fähigkeit von und in mir, daß ich mir nahestehende Personen wirklich bildlich gesprochen in meinen Geist holen kann. Mich dort mit ihnen unterhalten kann, sie wortwörtlich mit ihrer Stimme agieren lassen kann. Sie wirklich vor mir sehe, wie sie gehen, sich bewegen. Die Stationsärztin, Frau Schicke von der P 6 meint, das wären ganz besondere, geistig auf viel Phantasie und Vorstellungskraft aufbauende Fähigkeiten und nichts, was Besorgnis erregen muss. Hoffentlich... Genauso, wie ich mir Filme ankucken kann oder Musik mir abspielen kann.

24. In der Tat ist erst seit der Wende diese Allergie ein dauerhaftes Problem für mich, wenn es auch vererbt wurde wohl von den Eltern an mich. Noch etwas, worauf ich gerne als Zugabe von meinen Eltern zu meinem Leben verzichtet hätte!

25. Meine doch etwas merkwürdig riskante Lebensweise führte mich zu einigen "Zwischenfällen". Die Operation an der Nase ist eine späte Folge des einen, oben erwähnten Unfalls.

26. Ich denke, das alles ist selbsterklärend. Tatsächlich habe ich Abstürze erlebt, die so heftig waren, daß ich es noch stunden später körperlich gespürt habe. Mit dem letzten Satz ist gemeint, daß mir alle meine Erkrankungen und dergleichen sicherlich nicht aus dem Gedächtnis abrufbar sind, sie sind einfach vergessen.

27. Die folgende Eigencharakteristik ist bezeichnend, greift viele Aspekte der Störung auf. Sie ist in vielen Punkten treffend, genau, zielsicher von mir festgestellt. Sie ist so, wie ich mich sehe - auch wenn andere sehr oft was anderes behaupten. U.a. hat eine Therapiestunde in der Klinik mir sehr deutlich gezeigt, daß ich in der Einschätzung sehr richtig liege. In dieser Stunde wurden wir durch die Mitpatienten an Hand von unseren eigenen, anonym abgegeben Aussagen und Einschätzungen (ich schrieb so etwa das gleich auf, was hier im Lebenslauf steht) identifiziert. Und zutreffend identifizierten alle mich an und mit diesen Aussagen. Was bedarf es noch mehr Beweise... Weitere Hinweise finden sich auch in dem Text Borderline.

28. Hier werden zum Einen meine Probleme im zwischenmenschlichen wie auch im partnerschaftlichen Bereich (siehe auch u.a. Punkt 20 sowie Punkt 19) angesprochen. Zum anderen meine Porbleme, die ich mit meinem Alter und meiner Sicht auf mein bisheriges Leben habe. Siehe dazu auch Punkt 14.

29. Auch hier noch ein paar Hinweise auf die Probleme, die mir die Arbeit zum Schluß bereitete.

30. Weitere, deutliche Hinweise auf meine Probleme im zwischenmenschlichen Bereich und im Umgang mit den nächsten Verwandten und Familienmitgliedern. Siehe auch im Text Borderline zu diesem Verhalten. Insbesondere dies angesprochene "zum einen Ohr rein - zum anderen sofort wieder raus..." hat mir in der Familie viel Verdruss bereitet. In der Tat musste ich sofort reagieren auf Fragen oder Wünsche von z.B. Ina, da sonst es wirklich weg und komplett vergessen war. Sehr unangenehm.

31. Hier wird nochmals auf Punkt 2 eingegangen.

32. Die letzten Worte im Lebenslauf. Treffend. Bedarf es noch mehr?
Diesmal ausdrücklich: Ich widme diesen Text allen lieben Menschen, die ich schätze, die mir was bedeuten und die mir auf die eine oder andere Art helfen oder schon geholfen haben. Allen "meinen" Mädchen (in loser, eigentlich nichts bedeutender Reihenfolge): Allen voran Twister sowie Sandra, Jannette (ich hoffe, es geht Dir gut), "de Jana" (oder auch Orlando-84), Uschi, Xelila (Carmen), Anke, Steffi insbesondere (und allen anderen aus dem Deprie- Forum, wie Tina und Anna), Janine, Claudienchen, Dani- Sahne (warum nur bist Du weggerannt - hoffentlich geht es Dir gut, wirklich...) und den vielen jetzt nicht genannten. Sowie meinem derzeit wirklich von mir so gewollten und benannten, einzigen Freund KaRo, aber auch Holger (unser Mann am Fluchthafen), der sich wirklich bewiesen hat Und auch Micha und den anderen ungenannten.
Und auch immer noch ein klein wenig widme ich den Text dem einzigen Menschen, der es wirklich lange mit mir ausgehalten hat... Ina.


black eyed  I was never faithful And I was never one to trust Borderlining schizo And guaranteed to cause a fuss  I was never loyal Except to my own pleasure zone I'm forever black-eyed A product of a broken home
I was never faithful And I was never one to trust Borderline bipolar Forever biting on your nuts  I was never grateful That's why I spend my days alone I'm forever black-eyed  A product of a broken home (Broken home)
Black-eyed (repeat)
I was never faithful And I was never one to trust Borderlining schizo And guaranteed to cause a fuss  I was never loyal Except to my own pleasure zone I'm forever black-eyed  A product of a broken home (Broken home)
Black-eyed (repeat) Placebo



© 09 + 11/2003 Hannes Lau Anarcho