Vertrauen
vom 20/08/2003
Heute möchte ich einmal etwas zum Vertrauen schreiben. Der Zug schwankt
sehr, deswegen ist es etwas krakelig :-) Wir fahren gerade
von Jakarta nach
Yokjakarta. Endlich zu meinem Ziel :-) Ich hoffe, die Reise
gefällt Janine etwas, wenn es auch beschwerlich ist. Klima und Umwelt setzen
ihr (und auch etwas mir) sichtlich zu. Naja, ich wusste, was mich hier erwartet. Janine
nicht. Insofern tut sie mir doch etwas leid. Aber ich fühle mich hier
fast wie zu Hause. Naja, fast...
Nun zum Verrtauen. Hier ist sofort fest zustellen, dass sie mir nur wenig
vertraut. Schade. Allein, dass sie diese Blätter rausreist, beweist
das. Was soll das? Verdiene ich kein bischen Vertrauen? Ich mein, ich bin sehr
vertrauenswürdig. Verlässlich. Ehrlich und berechenbar. Naja,
letzters gilt bis auf den emotionalen Bereich :-/ Letzterer
bleibt aber aussen vor hier.
Ich weis, mir kann man vertrauen. Sie könnte ihr Tagebuch hier offen
hinlegen - ich würde nicht drin lesen. Den es ist ihrs - ihr
copyright. Und das gilt für mich. Ich weis nicht, ob es für sie gilt.
Ob sie sich dran hält. Wenn ich sage - nicht für
dich! - dass sie dann
es nicht anfasst. Ich bin ehrlich - ich glaub es von ihr nicht. Den wenn
es so wär, würde sie mir vertrauen und mir zutrauen, etwas
nicht zu lesen, wenn sie es sagt. Gut, kein Problem für mich - ich
halte mich daran ;-) Den für einen Menschen, für
den
die GNU freie Dokumentationslizens heilig ist (GFDL), gilt das copyright
und die Privatsphäre des anderen als besonders
schutzwürdiges Gut :-)
Nun, sie kennt die GFDL nicht. Ich stelle ca. 90% aller Texte von mir
im I-Net darunter. Und erwarte, dass man sich dran hält und trotzdem meine
Privatsphäre wahrt :-) Und das klappt auch. Ebend
Vertrauen :-) Warum
also vertraut sie mir so wenig? Was habe ich ihr getan?
Es ist doch so. Sie weis mehr von mir als ich von ihr. Sie kann (wenn sie
will) in mir lesen, wie in einem offenen Buch. Ja ich bin offen, ebend
auf meiner, höheren Art. Ich halte mich nicht mit Plattheiten auf. Die sind
für andere vielleicht gut. Nicht für mich. Und was macht sie? Sie
wirft mir Puzzleteile zu, lose Blätter. Und ich soll mich darin zurecht
finden. Wie kann ich ihr, wie kann ich jemanden vertrauen, der mir selbst
so wenig Vertrauen entgegen bringt? Ich habe seeehr viel Geduld und
Toleranz (nachträgliche Anm.: bewiesen).
Aber auf Dauer geht das nicht gut. Irgendwann ist das Gummi überspannt
und es reist :-( Warum tut sie mir, warum tut sie sich sowas
an? Was hat sie
verletzt, dass sie mit dem Menschen, der sie mag, ja liebt, so umgeht?
Womit hat der soviel Mißtrauen "verdient" - aber anderen,
"wildfremden" wirft sie sich mit soviel Offenheit und
Vorschußvertrauen "an den Hals"? Wieso? Wozu? Was soll das?
Ich mein, ich bin auch kein Mensch, der leicht vertraut. Aber wem ich vertraue
und an wenn ich glaube, der hat einen treuen und vertrauenswürdigen
Partner, Freund an seiner Seite.
Ich bin nicht der (unsichtbare) Feind.
Ja ich wünsche mir mehr Vertrauen von Janine. Ich denke, ich habe
das mehr als verdient :-) Ich habe es sooft bewiesen.
Was soll, was kann ich
noch tuen, damit sie mir vorbehaltlos vertraut? Wie kann sie jemals
mit einem Menschen glücklich werden, wenn sie nicht vertraut? Was
hat sie darin, dabei nur so verletzt, das es jetzt so ist, wie es ist?
Soo viele Fragen - keine, kaum Antworten :-(
Liebe Janine!
Kannst du das, kannst du dich ändern? Willst du dich ändern? Ich
wünsche es dir - ich wünsche es mir so
sehr :-) Ich habe es mehr
als verdient - dein Vertrauen :-) Und du brauchst das
auch - ich spür das.
Kapsel dich nicht weiter ab, es schadet dir nur. Und es schadet mir, ja allen
Menschen mit denen du zu tuen hast!
Und nun hefte die Seiten wieder dahin, wo sie hingehören - in dein
Tagebuch!
Dein Hanni
BTW Ich stelle den Text unter die
GFDL. Er ist also allen Menschen
zugänglich zu machen. Er darf kopiert und weiter verwendet werden. Und
er wahrt trotzdem die Privatsphäre aller Beteiligten... :-)
Abschied
vom 23/08/2003
Liebe Janine
Schade, dass ich dies dir nicht ins Tagebauch schreiben darf :-(
Nun gut. Ich weis nicht, ob wir noch die Zeit finden werden, zu
reden - deswegen...
Ich akzeptiere und unterstütze (soweit ich kann) deine Entscheidung, hier in
Asien / Indonesien noch länger (für immer? Who knows)
bleiben zu wollen :-) Ich kann deine Begeisterung verstehen.
Und aus Begeisterung kann Liebe für Asien entstehen. Das wär dann
mehr, als ich erwarten durfte :-) Vielleicht wird es ja so...
Trotzdem muss ich zugleich warnen und dich auf die Verantwortlichkeit für
dein Tuen hinweisen. Ab hier ist es dann dein Ding :-)
Und ich bin ehrlich, ich stehe zu dir wie zu deiner Entscheidung und bin froh zugleich,
eine Verantwortung los zu sein :-) Bitte bedenke: Asien ist ein
Spiegel. Nicht ein normaler, sondern einer, der aus dick dünn macht. Asien
und Indonesien ist genau das alles, was du nicht bist (und noch viel mehr). Asien
ist nicht nur freundlich. Und du gehst allein...
Jedenfalls wünsche ich dir viel Glück und eine Menge Eindrücke und
vielleicht auch die Erfahrungen, die du brauchst - das du all dies hier
sammeln kannst :-) Möglich ist es. Vieles ist
möglich...
Ich zumindest liebe Asien, ebend (fast) mein 2- es zu
Hause :-) :-)
Zugleich sollst du wissen, dass du mich hier anders verlässt und einen anderen
Menschen wiedertreffen wirst, wenn wir uns wiedersehen. Vielleicht in ein paar
Wochen. Und ich dich hier anders zurück lasse und einen anderen Menschen
wiedertreffen werde. Vieles wird sich ändern - bei mir auf jeden Fall.
Vielleicht ist sogar dein Bild, dein Platz in mir ersetzt - besetzt durch wen
anderen. Sei dir desen bewusst :-)
Ich werde an der Wohnung weiter bauen - schnellstens. Ich werde weiter
meinen Weg suchen und gehen. Und bedanke mich (mit dieser Reise) für deine
Hilfe und deine Anregungen. Ich hoffe, du weist diesen Dank gebührend zu
würdigen. Denk mal an mich und melde dich mal (ich weis, das du das nicht tuen
wirst - alles andere wäre aber eine riesen Freude und vielleicht der
Dank an mich...) :-)
Ich habe durch dich wieder etwas Lebensmut
bekommen - danke :-) Und wer weis, vielleicht
findet sich doch noch ein Weg zu dem, was uns wirklich verbindet. Es ist mehr da, als
du jetzt denken magst. Ich jedenfalls mag dich nach wie vor und will dich weiter
unterstützen und dir helfen. So ich kann und du es zulässt. Den das letztere
ist wichtig! Und so wünsche ich dir Glück hier in Asien...
Und wer weis...
See you in Thailand :-) :-) :-) (nachträgliche Anm.: in 2004???)
Diese Briefe sind real existent. Sie entstanden nicht aus einer
Laune oder Deprie heraus. Sondern sie haben reale Geschehenisse und
Gründe, wieso sie so und nicht anders verfasst wurden. Sie sind
wiedergegeben, wie sie handschriftlich verfasst wurden von mir.
Weitgehend samt aller Rechtschreibefehler...
The difference between you an me is: Knowing the path or going the path. I am
going the path... And you, Janine?
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