Flussfahrt
Wir sitzen alle in einem kleinen Ruderboot (jeder
für sich :) ), haben nur die
kurzen Paddel, können kaum damit steuern in der starken Strömung, die
im Fluss (des Lebens) tobt, die uns den reissenden Fluss hinab treibt. Wir
können uns nicht umdrehen, können nicht sehen, was kommt, nicht in die
Zukunft vor uns schauen, dort vorn... oder doch noch eine Flusswindung weiter?
Wir sitzen im Boot, den Blick immer rückwärts gewandt, sehen nur
rückwärts auf das, was an Wegstrecke und Flusswindungen, Flussbiegungen
und Stromschnellen wir schon irgendwie gemeistert haben, überwunden haben.
Wir sehen immer nur zurück...
Können nie nach vorn sehen, alles dort vorn
ist da, wir hören es schon und können doch den Kopf nicht wenden, keiner
kann das. Und doch hören wir davorn ganz deutlich den Wasserfall, immer
dichter kommt er - immer schneller, immer deutlicher zu vernehmen...
Der endgültige Wasserfall, der der alles verschlingt, dem es kein Entkommen
gibt, der jedes kleine oder noch so grosse Ruderboot verschlingt, mit sich reisst.
Wir können nicht gegen den Strom rudern, können gerade so steuern, dass
wir nicht vorher an irgendwelchen Stränden scheitern oder in den Stromschnellen
kentern, doch dem letzten Wasserfall können wir nicht entweichen - keiner kann
das.
Er ist da - unaufhaltsam nähern wir uns ihm. Seit dem wir in diesem Ruderboot
in den Fluss des Lebens geworfen wurden. Es ist nur die Frage der Zeit, wann wir
den Wasserfall erreichen...
Vielleicht bemerken wir den Sturz in den Wasserfall nicht einmal mehr?
Vielleicht hat der Sturz schon begonnen?