Vorwort: Niemand hat mich gefragt, ob ich leben will und so schreibe mir jetzt auch niemand vor, wie ich leben soll!
Das fand ich mal in einem Forum:
Eine Borderlinerin beschrieb sich einmal so: "Umarme mich - aber fass' mich nicht an"
Heute weiss ich was sie meinte...

Gedanken #2

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Hass

Hass, hass, hass, hass
Hass auf den Körper
Hass auf das Leben
nur noch Hass, unendlicher
Hass, hass auf die Menschen
Hass auf die Welt, Hass
Hass, nur noch Hass in mir
Hass, Hass, Hass, hab
nichts mehr verdient als
Hass, nur noch Hass, Hass
in mir, Hass um mich rum
nur Hass, Hass, Hass, Hass
ich hasse mich, ich hasse
mich so sehr, Hass, Hass, Hass
unendlicher, grenzenloser Hass
ich bin nur den Hass in mir Wert
nicht mehr - nur Hass


Dieser kurze Text entstand am 24.12.2003 in einem Anflug von Kreativität und Depression...


Flussfahrt

Wir sitzen alle in einem kleinen Ruderboot (jeder für sich :–) ), haben nur die kurzen Paddel, können kaum damit steuern in der starken Strömung, die im Fluss (des Lebens) tobt, die uns den reissenden Fluss hinab treibt. Wir können uns nicht umdrehen, können nicht sehen, was kommt, nicht in die Zukunft vor uns schauen, dort vorn... oder doch noch eine Flusswindung weiter? Wir sitzen im Boot, den Blick immer rückwärts gewandt, sehen nur rückwärts auf das, was an Wegstrecke und Flusswindungen, Flussbiegungen und Stromschnellen wir schon irgendwie gemeistert haben, überwunden haben. Wir sehen immer nur zurück...
Können nie nach vorn sehen, alles dort vorn ist da, wir hören es schon und können doch den Kopf nicht wenden, keiner kann das. Und doch hören wir davorn ganz deutlich den Wasserfall, immer dichter kommt er - immer schneller, immer deutlicher zu vernehmen...
Der endgültige Wasserfall, der der alles verschlingt, dem es kein Entkommen gibt, der jedes kleine oder noch so grosse Ruderboot verschlingt, mit sich reisst. Wir können nicht gegen den Strom rudern, können gerade so steuern, dass wir nicht vorher an irgendwelchen Stränden scheitern oder in den Stromschnellen kentern, doch dem letzten Wasserfall können wir nicht entweichen - keiner kann das.
Er ist da - unaufhaltsam nähern wir uns ihm. Seit dem wir in diesem Ruderboot in den Fluss des Lebens geworfen wurden. Es ist nur die Frage der Zeit, wann wir den Wasserfall erreichen...

Vielleicht bemerken wir den Sturz in den Wasserfall nicht einmal mehr?

Vielleicht hat der Sturz schon begonnen?


Dieser Text entstand auf einen Beitrag am 27.12.2003 im einen der von mir häufiger besuchten Foren. Er drückt ganz gut aus, was uns allen eigentlich allen einmal bevor steht... Jedem!
Wieso verschliessen wir dann die Augen so sehr davor? Es ist doch letztlich unvermeidlich... Und so endgültig...
Und wenn ich ehrlich bin, dann frage ich mich: Wieso erst später?
Wieso erst später den Fall, den Sturz mit sich geschehen lassen, wieso nicht jetzt und sofort und selbst den Schritt wagen, tun...? Den Wasserfall runter rauschen, der einen endgültig und für immer verschlingt...
Wieso so lange auf das unvermeidliche warten und zwischendurch das unendlich grausame Leiden des Lebens ertragen?
Erst im Nachgang bemerkte ich, dass mein Beitrag in dem Forum dort einen Bezug hat zu einem Film, der nicht unumstritten, aber doch mich mit anregte im Umgang mit dem Tod: Flussfahrt - Beim Sterben ist jeder der Erste



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© 12/2003 Hannes Lau Anarcho