|
||||||
|
Über Geocaching > Geschichten |
||||||
|
|
|
![]() GeschichtenEiner der große Reize des Geocachings ist, dass Cachetouren immer wieder zu wundervollen Erlebnissen werden. Viele dieser Erlebnisse sind es wert, erzält zu werden - und sei es nur, um Außenstehenden eine Gefühl dafür zu vermitteln, warum der 'Suchtcharakter' so hoch ist. Sendet uns eure besondere Geocaching-Geschichte! Wenn sie uns gefällt, werden wir sie hier veröffentlichen. |
||||
Mail an uns |
Ein Geocaching-WochenendeDieses Wochenende hatten Vinnie- und ich vor, endlich unsere lange geplante Belgien-Cache-Tour zu machen. Wir wollten eigentlich schon Freitag Nachmittag los und dann eventuell bei Aachen übernachten... Aber ich hatte eine Einladung zu einer Vernissage, die mir wichtig war und so kam ich Samstag erst früh um 1:00 Uhr und volltrunken nach Hause. So mussten wir dann ausschlafen und kamen erst gegen 13:00 Uhr weg - dank Vinnie-, der mich drängelte... Unseren ersten Schatz fanden wir dann gegen 19:00 Uhr, bei traumhaften Hochsommerwetter irgendwo inmitten einer wunderschönen Landschaft in Belgien. Mein Gott, wie schön die Landschaften bereits in so naher Umgebung sind... Dort ist es hügelig - die Eifel halt - und obendrauf gibt es dann riesige Hochebenen. Die Wälder sind weitschweifig und oftmals zwar genutzt, aber ganz 'unordentlich' gelassen, mit wilden Lichtungen und dennoch von guten Wegen und kleinen Strassen durchschnitten. Und wir hatten ja dieses Superwetter, einfach klasse!. Es fühlte sich einfach an wie Sommerurlaub. Der erste Cache war unter Tannen in einer Anpflanzung versteckt. Das war die Hölle, sich dort durchzuschlagen und auch noch unter den Bäumchen zu suchen. Wir waren am Ende völlig zerpiekst - besonders Vinnie-, der Shorts trug. Dann haben wir im Wald gepicknickt und sind auf zum naechsten Schatz in Luxemburg, in der Naehe von Clairvaux. Auch hier: Traumlandschaften. Dieses Clairvaux ist ein Örtchen in einem kleinen Tal, das wie aus einem Bilder- buch aussieht: Ein weisses trutziges Burgschloss und dazu noch diverse tolle Kirchen im Ort bzw. auf den Bergen ringsum. Der Cache war etwa 30 min entfernt auf einem Hügel, von dem aus man um sich herum fast 300° Panoramablick hatte: Blauester Himmel und ein gerade aufsteigenden Ballon. Um an den Schatz zu können, mussten wir eine Bande von Kindern austricksen, die uns zwei Fremde neugierig beäugten und uns den Hügel hinauf folgten. Eigentlich gingen sie voraus, aber immer nach uns guckend, wo wir wohl hinwollten... Irgendwann schafften wir es, unbemerkt auf ein Feld abzutauchen. Und dann mussten wir einfach warten, bis die Kinder wieder abzogen. Das dauerte allerdings einige Zeit. So konnten wir den Blick über das Land (beziehungsweise die Länder, denn wir waren ja noch immer in Dreiländereck-Nähe) geniessen. Wir wollten dann gern in der Nähe übernachten, aber alle Hotels waren ausgebucht. Dabei wären wir so gern nachts noch einmal auf den Hügel gestiegen, um Sterne zu gucken. Wir hatten ja sogar unser Teleskop im Auto dabei! Wir kamen aber erst in Clairvaux unter, dort jedoch sehr mondän - zumindest dem Preis nach ;-) Weil es mittlerweile schon recht spät war, wurde die Essenssuche ein echtes Drama: Erst schlenderten wir an verschiedenen Hotelgasthöfen vorbei, um die Karten zu studieren und zu sehen, wo wir zahlen könnten. Wegen fehlenden luxemburgischen Geldes waren wir ja auf Restaurants angewiesen, die Plastikgeld akzeptierten - einen Bankautomaten fanden wir nämlich nirgends. Bzw. doch einen, der war jedoch innerhalb der (abgeschlossenen) Bank aufgestellt! Schließlich setzen wir uns irgendwo, bestellten und tranken Cola, um dann feststellen zu müssen, dass die Küche bereits geschlossen hatte. Gottseidank konnten wir die Colas in DM zahlen. Dann mussten wir aber herausfinden, dass kein Restaurant mehr die Küche offen hatte. Und nach dem Tag hatten wir wirklich Hunger!!! Schliesslich fanden wir eine Pizzaria, die noch die Küche offen hatte - die wiederum nahmen jedoch nur luxemburgisches Bargeld! Wir waren schon verzweifelt. Auf französisch hatte uns ein Kellner einen Tip gegeben, wo es noch etwas zu essen geben könnte und dies versuchten wir dann zu finden. (Aber konnte einer von uns beiden französisch? Nein!). Plötzlich die Rettung: Ein Bancomat! Schnell Geld geholt und zurück zu der Pizzaria. Aber natürlich: nun war auch dort die Küche dicht! Mit einer erneuten Beschreibung des Nachtrestaurantes (diesmal auf Englisch!) versehen, fanden wir dann endlich ein klasse Restaurant auf halber Hoehe über dem Ort, wo es einen hübschen Blick, klasse Musik und geniales Essen gab. Und hier hätten wir auch mit Plastikgeld zahlen können. Die Verständigung mit dem Kellner war extrem holperig und schwierig (erwaehnte ich, dass wir eigentlich kein Französisch koennen? ;-) Als ich jedoch irgendwann Vinnie- erklärte, was bestimmte Sachen auf der Karte meiner Meinung nach seien ("Oeff sind, glaub ich, Eier"), brach der Kellner in ein erleichtertes "Sie sprechen deutsch?!!!" aus und ab sofort lief die Kommunikation einfach: Der Mann war ein Sprachwunder, Deutsch sprach er perfekt. Das Essen war ein Traum und so war der Abend gerettet. Dass der Bancomat uns übrigens belgische Gulden ausgeworfen hatte, war dann eigentlich kaum noch verwundernd, das passte zu dem ganzen Abend. (Und es wurde uns als völlig normal erklärt: "Belgische und luxemburgische Gulden, das ist fast das gleiche, das ist gleich viel wert und das geht darum immer so hin und her" ;-) Nur um noch zum Sternengucken rauszufahren, waren wir nach dem Abend wirklich zu müde. Schade allerdings, dort hätte man sicher toll gucken können - ohne die bei uns so dichte Lichtverschmutzung des Himmels. Am nächsten Morgen ging es dann früh los, um 10:00 Uhr waren wir schon unterwegs - zurück nach Belgien! Der erste Cache war wieder in einem Waldgebiet versteckt. Diesmal konnte man nicht so nah heranfahren und wir mussten ca. eine 1/2 h laufen. Leider viel querfeldein, weil es keine direkten Wege zu geben schien. Und querfeldein bedeutete meist im wahrsten Sinne über Stock und Stein. Wir hatten wirklich völlig durchweichte Füße, als wir den Cache schliesslich fanden. Dafür gab's dann wieder eine ausgiebige Rast im Schatten des Waldes inkl. leckerem Picknick, das nur leider sehr spärlich war (jeder ein Graubrot). Auf dem Rückweg zum Auto haben wir uns dann auch noch verlaufen (trotz GPS - das passiert, wenn man den Parkplatz nicht einspeichert ;-) und als wir enlich beim Auto ankamen hatte Vinnie- schon eine Hungerlaune - d.h., er war richtig schlecht gelaunt. Aber das lässt sich ja mit einem weiteren Brötchen immer schnell beheben. Zudem gab es dort, wo wir das Auto abgestellt hatten, einen kleinen Bach, in dem wir uns dann so richtig wuschen. Wahrscheinlich hätte man 2 m weiter sogar richtig eintauchen können, aber das Wasser war eiskalt und so reichte uns eine Katzenwäsche. Danach waren wir wirklich richtig frisch und auch wieder abenteürlustig... Vinnie-s nun wieder gute Laune haben wir für den Rest des Tages zementiert, indem ich an einer 'Friterie' angehalten und ihn mit fast 2 ganzen Portionen 'Fritten special' gemästet habe ;-)) Belgisches Geld hatten wir ja noch genug... Der nächste Cache war einfach und wenig spektakulär. Es war ein COnfluence-Punkt, lag direkt an einer Strasse und war schnell gefunden. Danach ging es wieder weiter durch tolle Landschaften (waren das schon die Ardennen???) und wir kamen an einem Märchenschloss nach dem anderen vorbei. Der letzte Cache sollte auf einem Berg sein und mit etwas Kletterei verbunden. Wir hatten schnell einen Parkplatz unten an dem Berg gefunden, nur der Zugang zum Berg war geschlossen, weil dort ein 'Parc' war. Wir haben uns dann von etwas weiter entfernt einen Zugang zu den Wegen gesucht und landeten schließlich oben angekommen doch in dem Park, der Ruinen von den Römern sowie aus dem Mittelalter zeigte. Naja, nur Grundmauern. Es war dort schon abenteuerlich, denn an vielen Stellen fiel der Boden einfach senkrecht (!!!) ab, ohne, dass dies gesichert war - es gab nur Schilder "danger!". An einigen Stellen führten sehr rutschige Treppen zu weiteren Ausguckstellen, aber der Weg, den wir zum Schatz gebraucht hätten war zusammengebrochen und daher gesperrt. Offenbar war die Sperrung des ganzen Parks aufgrund des massiven Steinfalls geschehen. Wir sind also unverrichteter Dinge zurückgeklettert und haben einen anderen Zugang gesucht. Wir parkten auf der anderen Seites des Berges unten am Flüsschen "La Lesse" und folgten wieder dem GPS-Gerät. Danach ging es einen Hügel rauf (*puuuh*, dabei war ich echt schon ziemlich fertig), dann wieder runter zur Lesse und dann auf die andere Seite. Tja, wenn man versucht, der Luftlinie zu folgen... Die Lesse ist so ca. 7-12 m breit und meist vermutlich bauchtief. Sie hat mich sehr an die Paddelurlaube in meiner Kindheit an der Loire erinnert und es gab auch viele Paddler hier an der Lesse. Wir fanden eine Stelle, wo sie breiter, aber nur ca. knietief war und konnten dort - Schuh und Socken in der Hand - vorsichtig queren. Dann ging es wieder den Berg sehr steil hinauf und schon waren wir wieder auf einem Weg, der offenbar zu dem Park gehörte. Und wieder Sperrungen genau dort, wo wir hinwollten. An den herumliegenden Steinbrocken konnte man auch sehen, dass die Sperrungen wirklich begründet waren! Naja, was soll ich sagen: Wir waren sehr sehr vorsichtig und haben den Schatz dann aber doch noch gefunden. Man hätte es jedoch eigentlich nicht machen sollen und wir waren auf die Cacheplanters ziemlich sauer. Wir werden im Log vor dem Teil warnen. Der Rückweg war dafür dann ganz einfach, weil direkt an der Lesse entlang ein Weg verlief - das hätten wir vorher wissen müssen ;-) Schließlich war es dann schon 21:00 Uhr und wir haben uns auf den Heimweg gemacht. Weil es eh dunkel wurde, verzichteten wir auf die schönen Landstraßen und fuhren Autobahn. So waren wir um 23:00 Uhr zuhause - kaputt und durchgeschwitzt aber mit einem Gefühl, als hätten wir einen ganzen Sommerurlaub hinter uns! Es ist wirklich erstaunlich, wie nur 1,5 Tage ausreichen, ein echtes Feriengefühl aufkommen zu lassen. Z.B. freute ich mich den Rückweg über auf die ganze Post, die wahrscheinlich zuhause auf uns warten würde. Erst nach einiger Zeit fiel mir ein, dass dort ja höchstens die Post vom Samstag sein könnte. Und schließlich merkte ich dann, dass GAR KEINE Post da sein würde, weil wir ja erst Samstag nachmittags losgefahren waren! Das war mit meinem Gefühl auf der Rückfahrt von einem längeren Sommerurlaub zu kommen, kaum in Einklang zu bringen. Das Wetter, die Sprache, die Fülle der Eindrücke - dass das so einfach zu bekommen ist. Grad mal 2 h Autofahrt entfernt!!! Dieses Hobby des Geocachings hat unser Leben WIRKLICH unheimlich bereichert. [nici-, 25.-26.08.2001] |
|||||
|
Impressum · Haftungsausschluss (Disclaimer) · Design: nici- [Startseite] [Verstecken & Finden] [über Geocaching] [Interaktive Karte] [Besondere Caches] [Statistik] [Leute] [Foren] [Links] |
||||||