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FIA veröffentlicht Brief an McLaren-Fahrer

07.09.2007 - 14:34 Uhr von Michael Schmidt
Zum zwölften Saisonlauf war der Formel 1-Zirkus zu Gast in der
Türkei.
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Zum zwölften Saisonlauf war der Formel 1-Zirkus zu Gast in der Türkei.

Update + + Der Weltmotorsport-Verband FIA hat die McLaren-Fahrer am 31. August in einem Brief aufgefordert, Informationen über den Spionage-Fall preiszugeben. Am Freitag (7.9.) wurde dieser Brief nun veröffentlicht.

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Seit Donnerstag ist bekannt, dass die McLaren-Fahrer Fernando Alonso und Pedro de la Rosa via E-Mail Informationen über die Abstimmung des Ferrari ausgetauscht haben. De la Rosa hatte die Informationen von Mike Coughlan erhalten, der seit Anfang März dieses Jahres vom Ferrari-Werkstattchef mit internen Daten gefüttert wurde. Als die FIA davon erfuhr, forderte sie die McLaren-Piloten zu einer Aussage auf. Am Freitag hat der Weltverband den Brief veröffentlicht, in dem de la Rosa, Alonso und Hamilton zu einer Kooperation in den Fall vergattert wurden.

Amnestie für Informationen

FIA-Präsident Max Mosley fordert in dem zweiseitigen Schreiben die Fahrer auf, sämtliche Unterlagen zu dem Vorwurf, sei es in schriftlicher oder digitaler Form, der FIA zu übermitteln. Wortlaut: "Sie müssen verstehen, dass es die Pflicht aller Wettbewerber und Superlizenzhalter ist, für fairen Sport in der Formel 1-WM zu garantieren. Es ist deshalb Ihre Pflicht uns jegliche Information zu diesem Fall ohne Verzug zugänglich zu machen. Ich kann Ihnen versichern, dass wir im Falle ihrer Mitarbeit keinerlei Verfahren gegen Sie einleiten werden. Sollte es jedoch ans Tageslicht kommen, dass sie uns etwas verschweigen oder Informationen zurückhalten, kann das für Sie mit ernsthaften Konsequenzen enden." Mit anderen Worten: Die FIA drohte zwischen den Zeilen mit Lizenzentzug.

Die Tatsache, dass Alonso und de la Rosa Informationen über das Setup des Ferrari ausgetauscht haben, beweist nur, dass mehr McLaren-Teammitglieder von dem Kontakt zwischen Coughlan und Stepney wussten als bisher von McLaren eingeräumt wurde. Da aber der Dialog der beiden Spanier einen Monat vor der Übergabe des 780 seitigen Dossiers an Coughlan stattfand, war das für de la Rosa und Alonso ein normaler Vorfall. Zu diesem Zeitpunkt konnten sie sich noch gar nicht der Tragweite der Affäre bewusst gewesen sein. Informationsaustausch, auch zwischen Teams, die im Wettbewerb stehen, ist gang und gäbe in diesem Sport.

Informationen wertlos für McLaren

Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Informationen, die de la Rosa seinem Kumpel übermittelte, um eher belanglose Details zu der Abstimmung des Ferrari. Nichts, was Alonso zu irgendeinem Vorteil hätte reichen können. Der McLaren MP4-22 und der Ferrari F2007 sind vom Konzept her so verschieden, dass selbst ein Detail wie die Gewichtsverteilung nicht übertragbar ist. Dann ist es auch irrelevant, welchen Luftdruck Ferrari wählt. Andere Radlasten, andere Reifendrücke.

Unklar ist weiterhin, wer der FIA den Tip gab. Im Fahrerlager machte schnell das Gerücht die Runde, Alonso habe seinem ehemaligen Renault-Teamchef Briatore von dem E-Mail-Austausch erzählt. Dieser habe die brisante Information dann weitergegeben. Als der Italiener von dem Gerücht erfuhr, stiefelte er sofort zu Ron Dennis. In einem 20-minütigen Gespräch klärte er den McLaren-Chef darüber auf, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Alonsos Manager die Sache ins Rollen gebracht haben könnte.

McLaren-Mercedes hat sich bis zur FIA-Weltratsitzung am kommenden Donnerstag in Paris einen Maulkorb verpasst. Jedes Wort zuviel könnte im Ernstfall gegen das Team verwendet werden. Außerdem würde man seine Verteidigungsstrategie preisgeben.

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