Wir klären auf, wer nach dem Rennen jubeln darf, und wer in Monza zu langsam war. Warum Ferrari beim Heimspiel gleich drei Mal im Flop-Ranking vertreten ist und warum Nico Rosberg der Mann des Rennens ist.
Unser Mann des Rennens war Nico Rosberg. In Monza konnte der Wiesbadener nun das dritte Mal in Folge in die Punkte fahren. Rosberg zeigte das gesamte Wochenende einen starken Speed, und war direkt hinter den drei Top Teams "Best of the Rest". Im Rennen konnte er mit einem starken aber fairen Manöver den Honda von Jenson Button überholen und landete verdient auf Rang sechs.
Unsere Formel 1 Rangliste:
Top Ten
1. McLaren-Mercedes
Die Silberpfeile gaben WM-Rivale Ferrari eine schallende Ohrfeige.
Pro Runde gewannen Alonso und Hamilton eine halbe Sekunde auf die
Ferrari-Piloten. McLaren führt auch die Zuverlässigkeitstabelle
klar an. Bei allen 13 Rennen kamen beide Autos ins Ziel. Ferrari
dagegen schrieb schon fünf Nuller.
2. Ferrari
Der WM-Zweite macht sich mit seinen Aktionen neben der Piste gegen
McLaren keine Freunde im Fahrerlager. Sollte der Titel am kommenden
Donnerstag im Gerichtssaal an die Roten vergeben werden, dann wäre
er nicht verdient. Ferrari ist wegen eigener Fehler nur
Zweiter.
3. BMW
Es tut sich weder etwas nach vorn, noch nach hinten. BMW fährt
einsam auf Rang drei. Die Weißblauen konnten sich bei Kubica einen
17-Sekunden-Boxenstopp leisten. Trotzdem belegten Heidfeld und
Kubica die Plätze vier und fünf. Die 100 Punkte-Schallmauer ist
keine Illusion mehr.
4. Williams-Toyota
Williams wird immer stärker, je länger die Saison dauert. Im
letzten Jahr war es umgekehrt. Nico Rosberg sammelte zum dritten
Mal in Folge WM-Punkte. Vom Speed her war er Renault-Pilot
Kovalainen ebenbürtig, aber Williams trickste Renault mit einer
Einstopp-Taktik aus.
5. Renault
In der WM-Tabelle ist Renault der vierte Platz kaum mehr zu nehmen.
Die WM dauert nur noch vier Rennen. Doch die Titelverteidiger
versinken immer mehr in der Anonymität des Mittelfeldes. Fisichella
muss als enttäuschender Zwölfter wohl seinen Hut nehmen. Kovalainen
holte als Siebter wieder einmal die Kastanien aus dem Feuer. Aber
was ist schon ein siebter Platz für ein Team, das zwei Mal in Folge
Weltmeister war?
6. Red Bull-Renault
Mark Webber holte als Neunter einmal mehr die Holzmedaille. Im
Rennen war der Speed da, um in die Punkte zu fahren. Von Startplatz
elf ist das schwierig. Für das ehrgeizige Ziel Platz fünf müsste
bei Red Bull schon ein Wunder passieren. Williams hat neun Punkte
Vorsprung.
7. Honda
Neue Aufhängungen hinten und vorne brachten für Honda endlich den
ersten spürbaren Fortschritt. "Wir nutzen jetzt die Reifen besser",
erklärte Technikchef Shuhei Nakamoto. Jenson Button holte seinen
zweiten Punkt. Der Engländer lieferte sich einen mitreißenden Kampf
mit Rosberg und Kovalainen.
8. Toyota
Bei Toyota werden auch schlechte Nachrichten als gute verkauft.
"Hätten wir beide Fahrer in die zweite Qualifikationsrunde
gebracht", erklärte Technikchef Pascal Vasselon, "wären wir im
Rennen besser gewesen". Von was träumt der Mann. Die Toyota
sprangen wie Geißböcke über die Randsteine der Schikanen. Ralf
Schumacher hatte als 15. wenigstens noch Galgenhumor: "Ich habe nur
knapp den Sieg verpasst."
9. Super Aguri-Honda
Mit Platz 14 und 16 lagen die SuperAguri-Piloten Davidson und Sato
klar an der Spitze des Hinterfeldes. Nicht schlecht für einen
Rennstall, der gegen seinen Hauptsponsor klagen muss, weil bis
jetzt kein Cent in die Teamkasse geflossen ist. Seit sechs Rennen
sieht Teamkapitän Sato gegen Davidson kein Land mehr. "Davidson
fährt um einen neuen Vertrag", heißt es im Team.
10. Toro Rosso-Ferrari
Der erfreulichen Trainingsleistung folgte die Ernüchterung im
Rennen. Vettel donnerte beim Start Davidson ins Heck und musste
daraufhin den Frontflügel wechseln. Danach kämpfte er mit einem
langen Bremspedal. "Nicht gerade vertrauensfördernd auf so einer
schnellen Strecke."
11. Spyker
Trotz B-Version ist Spyker Letzter. Nur der Rückstand wurde
geringer. Sutil fehlten 44 Sekunden auf den 18. Vettel. "Da kommen
noch drei Zehntel pro Runde", verspricht Technikchef Mike Gascoyne.
Dafür müsse man aber erst das Setup des umgebauten Autos besser
kennenlernen. Die beste Nachricht ist, dass der indische Milliardär
Vijay Mallya 50 Prozent des Teams bis Ende September kaufen will.
Außer die Buchprüfung fördert größere Leichen zutage.