BUND
archiv26. Januar 2001
Die Nutzung der Wasserressourcen darf nicht ungezügelter Vermarktung unterworfen werden
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt
die vom Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) und vom
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller betriebene Deregulierung und
Privatisierung der deutschen Wasserwirtschaft ab. Den Ländern und Kommunen dürften
ihre in hoheitlichen Rechte zur verbrauchernahen und umweltfreundlichen
Wasserversorgung nicht weiter beschnitten werden.
Dazu
sagt BUND-Vorstandssprecher aus Berlin Sebastian Schönauer: "Wasser ist
ein Grund-Lebensmittel. Wenn Verfügbarkeit und Schutz des Wassers in die Hände
der Privatwirtschaft gelegt werden, sind negative Wirkungen vorprogrammiert. Der
gegenseitige Konkurrenzdruck führt zum Preiskrieg, der mit niedrigen Standards
gewonnen werden soll. Qualitätsnormen, Ressourcenschutz und Einsparziele beim
Wasser bleiben so auf der Strecke."
Der BUND forderte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller
auf, sich gegen die vom BGW favorisierte Streichung des Paragraphen 103 im
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen zu wenden. Er müsse erkennen, dass die Wasserversorgung als regionale öffentlich-rechtliche Dienstleistung in der
Verantwortung von Kommunen und Bundesländern verbleiben müsse. Welche
Interessen die Wasserwirtschaft unter hohem Wettbewerbsdruck vertrete, zeige auch der Widerstand des BGW gegen eine erweiterte Nutzung des Regenwassers. Die
Regenwassernutzung habe viele ökologische Vorteile. Wenn die Wasserwirtschaft
daran mitverdienen wolle, müsse sie sich solchen Technologien zuwenden, anstatt sie zu verhindern.
Privatisierungen in der Wasserwirtschaft
auch in Mülheim an der Ruhr bieten im Gegensatz
zum Strom- und Telekommunikationsmarkt nach BUND-Auffassung weder preisliche
noch sonstige Vorteile für den Kunden. Noch mal Schönauer: "Wasser ist kein
elektrischer Strom und Mobilfunknetze sind keine Wasserleitungen. Aus den Hähnen
darf niemals gelbes, grünes oder rotes Wasser zu Billigpreisen fließen. Wer
mit dem Lebensmittel Nummer Eins - dem Wasser - nur noch Profit machen will,
gefährdet Umwelt und Gesundheit von vielen Millionen Menschen."
![]()
© BUND Mülheim an der Ruhr