BUNDarchiv

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20. Oktober 2000

Kommentar zum Treffen im Hexbachtal

Leider hatte sich entgegen der Absicht, die Teilnehmer auf den Kreis der konkreten Einwender zu beschränken, eine bunte Mischung aus Presse und Lokalpolitik eingefunden, sodaß die Diskussion stellenweise schwer am Thema vorbeilief. Wenn auch die rechtliche Notwendigkeit eines Verfahrens nach §31 WHG in dieser Angelegenheit nach wie vor vom MUNLV bestritten wird (konträr dazu der Jurist des Landesbüros der Naturschutzverbände und der BUND Mülheim an der Ruhr), so sollen nun im wesentlichen doch alle Verfahrensschritte entsprechend diesem Standard durchgeführt werden.

Das MUNLV stimmte dem Vorschlag des BUND Kreisgruppe Mülheim an der Ruhr zu, das Verfahren zu moderieren. Es ist klar, daß das verloren Vertrauen nur durch gemeinsame Anstrengungen wieder zurückzuholen ist. In spätestens drei Wochen wird bei MUNLV  ein Treffen mit den Einwendern stattfinden (bitte wirklich nur kleiner Arbeitskreis), der die Wahl möglicher unabhängiger Gutachter (als vertrauensbildende Maßnahme) und künftige Verfahrensschritte abstimmt. Vom BUND werden Prof. D. Londong und Prof. F. Sieker, beide mit langjähriger Erfahrung im kreativen Umgang mit wassertechnischen Fragen vorgeschlagen.

Wir würden bei diesem Arbeitstreffen gerne auf die zahlreichen Adabeis aus Politik und Wichtigtuerei verzichten, die beim Treffen den Leuten vom Ministerium am liebsten noch vor Dankbarkeit die Füße geküsst hätten oder die lächerliche Ansicht gebetsmühlenhaft vor der Presse wiederholten, die SPD Borbeck habe das Hexbachtal gerettet. Zur Erinnerung: seit über 10 Jahren planen die Essener Stadtwerke an der Sache, in zahlreichen Ausschüssen, Gremien, informellen Treffs der Städte Essen und Mülheim an der Ruhr war den Mandatsträgern sicher alles bestens bekannt. Die Träger der BI "Rettet das Hexbachtal", die Naturschutzverbände und die Beiräte in Essen und Mülheim an der Ruhr haben die Wende in der Angelegenheit herbeigeführt. Und sie werden weiter die konstruktive Mitarbeit leisten, um das Hexbachtal zu einem Vorzeigeprojekt für Nordrhein-Westfalen zu machen.

Es ist auch klar, daß den Essener Stadtwerken der geringste Vorwurf in der Angelegenheit zu machen ist. Die beim Treffen angebotene Kooperationsbereitschaft in den Sachfragen hat uns überrascht. Die Stadtwerke hatten sich auf die sichere Verfahrensführung durch die Genehmigungsbehörden der Stadt Essen verlassen und stehen nun allein im Regen. Natürlich sind auch die unteren Wasser- und Landschaftsbehörden weisungsgebunden, - aber wer hat dann die Weisung für den ursprünglich geplanten Wahnsinn gegeben?  - Wüßten wir gerne - zu Wort gemeldet beim Termin hat sich keiner! Das MUNLV wird prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, das Verfahren zu einer Art Musterprojekt für die Behandlung von Niederschlagswasser u.a. wassertechnischen Problemen zu machen. Man beschreitet da Neuland und die geäußerten Prüfabsichten lassen uns hoffen.

Alle Beteiligten erklärten ihren Willen, konstruktiv und vertrauensvoll an einer einvernehmlichen Lösung mitzuarbeiten. Wir werden weiter berichten.

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