BUND
aktuell
BUND-Hochwasserexperte Sebastian Schönauer: "Die Flüsse wurden
begradigt, kanalisiert und in ein immer engeres Bett gezwängt. Notwendige
Retentionsflächen [in denen sich das Hochwasser natürlich und ohne Schaden
anzurichten "totlaufen" konnte, die Red.] für die regelmäßig wiederkehrenden Hochwasser wurden
dramatisch verkleinert. Am Rhein zum Beispiel auf ein Zehntel. Expandierende
Gewerbegebiete und Industrieflächen, Wohnsiedlungen und Straßen haben die
Einzugsgebiete der Gewässer versiegelt. Jetzt wird schmerzhaft deutlich, dass
der Ausbau der Flüsse zu Kanälen ihre natürlichen Überschwemmungszyklen
blockiert."
Dr. Ernst Paul Dörfler,
BUND - Elbeexperte: "Wenn das Hochwasser vorbei
ist, will die Kanallobby weitermachen wie bisher: Es soll ausgebaggert,
vertieft, begradigt und kanalisiert werden. Mit fadenscheinigen Argumenten
werden Ausbaumaßnahmen an Elbe, Saale, Havel, Oder, Ems und Donau geplant.
Angeblich seien nur größere Binnenschiffe konkurrenzfähig zu Straße und
Bahn. Die Kanalisierung der Flüsse ist aber weder transporttechnisch noch
wirtschaftlich vertretbar, ökologisch ist sie sowieso ein Desaster."
Außerdem fordert der BUND das Bauen in hochwassergefährdeten Bereichen
generell zu verbieten und Ausgleichsflächen für bereits bebaute Flächen zu
schaffen."
Wir
empfehlen in diesem Zusammenhang die Lektüre von SCHELLER, HANS (1957): Die
Einschränkung des Hochwasserraumes der Ruhr unterhalb von Mülheim im Laufe des
letzten Jahrhunderts [= Mülheimer Jahrbuch 13(1958)]. - Mülheim an der Ruhr
(Selbstverlag der Stadt Mülheim an der Ruhr) 92-99 S., - liegt im Lesesaal
der Stadtbücherei aus -, der bereits 1957 die Einschränkung des
Rententionsraumes im Styrumer Ruhrbogen um 60% belegt. Also weiter so?
Trefflich ließe sich hier auch noch einmal über den Ruhrdeich Saarn -
Mintard spekulieren, für uns auch das eine ewige Geschichte. Schließlich
heißt es in der Mülheimer Innenstadt schon bei einem etwas höherem "normalen"
Hochwasser "Land unter" - bei einem Jahrhunderthochwasser von über
2000 m³ helfen hier wohl auch keine Sandsäcke mehr. Da fragt man sich schon, ob
ein Hockeystadion samt Infrastruktur für die Olympiade 2012 am Rand der Ruhraue
wirklich zwingend ist? Und auch Ruhrbania in Mülheim an der Ruhr läßt schön grüßen!
Sonst noch Fragen?
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© BUND Mülheim an der Ruhr 2002