BUND
aktuell
Dem BUND Kreisgruppe Mülheim an der Ruhr liegt eine
Arbeit zu "Flora und Vegetation des Flughafens" Essen / Mülheim an
der Ruhr vor. Nachdem wir feststellen mußten, daß diese Untersuchung gerne
benutzt wird, den scheinbar hohen ökologischen Wert dieses Geländes mit der
Aufrechterhaltung des Flugverkehrs zu verknüpfen, sehen wir uns gezwungen, einige Klarstellungen zu treffen.
Der BUND Mülheim an der Ruhr zweifelt überhaupt nicht am tatsächlichen Vorkommen der in der Liste aufgeführten Pflanzenarten. Wir könnten auch zur Ergänzungen weitere interessante Arten aus eigener Beobachtung anführen.
Bei
der Größe der untersuchten Fläche war selbstverständlich
zu erwarten, daß auch eine beträchtliche Anzahl von Pflanzenarten zu
beobachten ist. Dies um so mehr, als der Standort einen ungewöhnlich
heterogenen Untergrund aufzuweisen hat. Allein die Betrachtung eines
Farbluftbilds zeigt auch dem Laien, aus welch engem Flickmuster der
Untergrund des eingeebneten Flughafengeländes besteht. Dies sind
größtenteils stark veränderte Böden, z.T. mit Staunässe, z.T. mit sehr
geringem Wasserhaltungsvermögen.
Im Rahmen der Untersuchungen zur Industriebrachen im Ruhrgebiet insbesondere
durch die IBA (z.B. Landschaftspark Duisburg-Nord) oder auch durch unsere
eigenen Untersuchungen in Mülheim an der Ruhr (z.B. Mannesmann - Gelände)
ist die Problematik von Artenvielfalt und extremer Bodenveränderung bestens
bekannt. Artenvielfalt allein, zumal durch extremen Eingriff des Menschen
herbeigeführt, kann natürlich kein Kriterium für den Bestandsschutz einer
dem Großteil der Bevölkerung nicht zumutbaren Nutzung sein.
Bezüglich der Einschätzung einiger Arten aus der Liste sind wir
abweichender Ansicht, für eine ausführliche Erörterung im geeigneten
Rahmen steht die Kreisgruppe jederzeit zur Verfügung.
Der BUND sieht den Flughafen Essen / Mülheim an der Ruhr und seine Fortführung in verschiedenen Varianten (Regionalflughafen / Geschäftsflughafen etc.) vorrangig als ein ökologisches und ökonomisches Problem.
Was die ökologische Frage angeht, hat der BUND Landesverband NRW und die Kreisgruppe Mülheim an der Ruhr schon immer unmißverständlich erklärt, daß der durch die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs hervorgerufene Verkehr weder mit nachhaltigem Wirtschaften noch mit verkehrspolitisch sinnvoller Entwicklung in Einklang steht. Wir sind uns über die zu erwartenden zusätzlichen Lärm- und Abgasbelästigungen für die Mülheimer Bevölkerung durchaus im Klaren. Gesundheit und Lebensqualität der Menschen im Ruhrgebiet haben für uns als Umwelt- und Naturschützer oberste Priorität. Sie sind nicht mit gemachter "Artenvielfalt" aufzurechnen. Die Frage der schweren Bodenbelastungen durch die Müllkippe auf dem Gelände des Flughafens und die damit zusammenhängende Frage nach der Gewässerqualität der Rossenbeck sind bisher ungelöst. Eine Aufgabe des Flugbetriebs wird Mülheim an der Ruhr neue Chancen zur wirklichen Beseitigung dieser Altlasten schaffen.
Über die Frage der ökonomischen Sinn des Flugbetriebs gibt die anhaltende und auch künftig zu erwartende Unwirtschaftlichkeit des Betriebs eindeutig Antwort. In unserem Urteil lassen wir uns auch nicht durch diverse "Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeitsstudien" beirren.
Der BUND Mülheim an der Ruhr erklärt daher:
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Alle Versuche, aus vorgeschobenen Naturschutzgründen die geschlossen ablehnende Haltung der Naturschutzverbände auf Landes- und Kreisebene gegen den Flughafen Essen / Mülheim an der Ruhr ins Zwielicht zu rücken, wird auf unseren entschiedenen Widerstand treffen. | |
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Der Flugbetrieb in Essen / Mülheim an der Ruhr darf keine Zukunft haben. | |
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Das Flughafengelände ist bis zum Vorliegen einer überzeugenden Folgenutzung weiterhin als Freifläche zu erhalten. Das in ihm liegende Potential (Lage, Größe, Anbindung) darf nicht durch phantasielos - konventionelle Planungen zerstört werden. Dazu zählen wir leider alle bisher bekannt gewordenen Planungen. | |
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In dieser Auffassung sehen wir uns durch den bedeutendsten Raumplaner für das Ruhrgebiet ( Prof. Dr. Karl Ganser) bestätigt ,der vor einiger Zeit in der Stadthalle von Mülheim an der Ruhr zu dem gleichen Schluß kam.
© BUND Mülheim an der Ruhr 2002
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